JOHANNA (ergreift ihn von hinten zu am Helmbusch und reißt ihm den Helm gewaltsam herunter, daß sein Gesicht entblößt wird, zugleich zückt sie das Schwert mit der Rechten). Erleide, was du suchtest, Die heilge Jungfrau opfert dich durch mich! (In diesem Augenblick sieht sie ihm ins Gesicht, sein Anblick ergreift sie, sie bleibt unbeweglich stehen und läßt dann langsam den Arm sinken)
LIONEL. Was zauderst du und hemmst den Todesstreich?
Nimm mir das Leben auch, du nahmst den Ruhm,
Ich bin in deiner Hand, ich will nicht Schonung.
(Sie gibt ihm ein Zeichen mit der Hand, sich zu entfernen)
Entfliehen soll ich? Dir soll ich mein Leben
Verdanken?—Eher sterben!
JOHANNA (mit abgewandtem Gesicht). Rette dich!
Ich will nichts davon wissen, daß dein Leben
In meine Macht gegeben war.
LIONEL. Ich hasse dich und dein Geschenk—Ich will
Nicht Schonung—Töte deinen Feind, der dich
Verabscheut, der dich töten wollte.
JOHANNA. Töte mich
—Und fliehe!
LIONEL Ha! Was ist das?
JOHANNA (verbirgt das Gesicht). Weh mir!
LIONEL (tritt ihr näher). Du tötest, sagt man, alle Engelländer,
Die du im Kampf bezwingst—Warum nur mich
Verschonen?
JOHANNA (erhebt das Schwert mit einer raschen Bewegung gegen ihn, läßt es aber, wie sie ihn ins Gesicht faßt, schnell wieder sinken). Heilge Jungfrau!
LIONEL. Warum nennst du
Die Heilge? Sie weiß nichts von dir, der Himmel
Hat keinen Teil an dir.