Thekla.
Sind wir's denn nicht? Bist du nicht mein? Bin ich
Nicht dein?—In meiner Seele lebt
Ein hoher Mut, die Liebe gibt ihn mir—
Ich sollte minder offen sein, mein Herz
Dir mehr verbergen, also will's die Sitte.
Wo aber wäre Wahrheit hier für dich,
Wenn du sie nicht auf meinem Munde findest?
Wir haben uns gefunden, halten uns
Umschlungen, fest und ewig. Glaube mir!
Das ist um vieles mehr, als sie gewollt.
Drum laß es uns wie einen heil'gen Raub
In unsers Herzens Innerstem bewahren.
Aus Himmels Höhen fiel es uns herab,
Und nur dem Himmel wollen wir's verdanken.
Es kann ein Wunder für uns tun.
Sechster Auftritt
Gräfin Terzky zu den Vorigen.
Gräfin. (pressiert)
Mein Mann schickt her. Es sei die höchste Zeit.
Er soll zur Tafel—
(Da jene nicht darauf achten, tritt sie zwischen sie.)
Trennt euch!
Thekla.
Oh! nicht doch!
Es ist ja kaum ein Augenblick.
Gräfin.
Die Zeit vergeht Euch schnell, Prinzessin Nichte.
Max.
Es eilt nicht, Base.
Gräfin.
Fort! Fort! Man vermißt Sie.
Der Vater hat sich zweimal schon erkundigt.
Thekla.
Ei nun! der Vater!
Gräfin.
Das versteht Ihr, Nichte.