Buttler.
Ich muß gestehen, es ist nicht in meiner Art.

Octavio. (zutraulich näher tretend)
Auch nicht in meiner, kann ich Euch versichern,
Und mich erfreut's, sehr würd'ger Oberst Buttler,
Daß wir uns in der Denkart so begegnen.
Ein halbes Dutzend guter Freunde höchstens
Um einen kleinen, runden Tisch, ein Gläschen
Tokaierwein, ein offnes Herz dabei
Und ein vernünftiges Gespräch—so lieb ich's!

Buttler.
Ja, wenn man's haben kann, ich halt es mit.

(Das Papier kommt an Buttlern, der an den Tisch geht, zu
unterschreiben. Das Proszenium wird leer, so daß beide Piccolomini,
jeder auf seiner Seite, allein stehen bleiben.)

Octavio. (nachdem er seinen Sohn eine Zeitlang aus der
Ferne stillschweigend betrachtet, nähert sich ihm ein wenig)
Du bist sehr lange ausgeblieben, Freund.

Max. (wendet sich schnell um, verlegen)
Ich—dringende Geschäfte hielten mich.

Octavio.
Doch, wie ich sehe, bist du noch nicht hier?

Max.
Du weißt, daß groß Gewühl mich immer still macht.

Octavio. (rückt ihm noch näher)
Ich darf nicht wissen, was so lang dich aufhielt?

(Listig.)