Franz. Er ist dahin, was helfen späte Klagen? (hönisch lachend.) Es ist leichter morden, als lebendig machen. Ihr werdet ihn nimmer aus seinem Grabe zurückholen.
D. a. Moor. Nimmer, nimmer, nimmer aus dem Grabe zurückholen! Hin, verloren auf ewig! — Und du hast mir den Fluch aus dem Herzen geschwäzt, du — du — Meinen Sohn mir wieder!
Franz. Reizt meinen Grimm nicht. Ich verlaß euch im Tode! —
D. a. Moor. Scheusal! Scheusal! schaff mir meinen Sohn wieder! (fährt aus dem Sessel, will Franzen an der Gurgel fassen, der ihn zurück schleudert.)
Franz. Kraftlose Knochen! ihr wagt es — sterbt! verzweifelt! (ab.)
Der alte Moor.
Tausend Flüche donnern dir nach! Du hast mir meinen Sohn aus den Armen gestohlen (voll Verzweiflung hin und her geworfen im Sessel.) Wehe, Wehe! Verzweifeln, aber nicht sterben! — Sie fliehen, verlassen mich im Tode — meine gute Engel fliehen von mir, weichen alle die Heilige vom eisgrauen Mörder — Wehe! Wehe! will mir keiner das Haupt halten, will keiner die ringende Seele entbinden? Keine Söhne! keine Töchter! keine Freunde! — Menschen nur — will keiner, allein — verlassen — Wehe! Wehe! — Verzweifeln, aber nicht sterben!
Amalia (mit verweinten Augen.)
D. a. Moor. Amalia! Bote des Himmels! Kommst du, meine Seele zu lösen?
Amalia (mit sanfterem Ton.) Ihr habt einen herrlichen Sohn verloren.