Amalia. Sein letzter Seufzer war Amalia! — Nein, du bist kein Betrüger! So ist es wahr — wahr — er ist tod! — tod! — (hin und her taumelnd, bis sie umsinkt.) tod — Karl ist tod —
Franz. Was seh' ich? Was steht da auf dem Schwerdt? geschrieben mit Blut — Amalia!
Amalia. Von ihm?
Franz. Seh' ich recht, oder träum ich? Siehe da mit blutiger Schrift:
Franz, verlaß meine Amalia nicht! Sieh doch, sieh doch! und auf der andern Seite: Amalia! deinen Eid zerbrach der allgewaltige Tod. — Siehst du nun, siehst du nun? Er schrieb's mit erstarrender Hand, schrieb's mit dem warmen Blut seines Herzens, schrieb's an der Ewigkeit feyerlichem Rande! sein fliehender Geist verzog, Franz und Amalia noch zusammen zu knüpfen.
Amalia. Heiliger Gott! es ist seine Hand. — Er hat mich nie geliebt! (schnell ab.)
Franz (auf den Boden stampfend.) Verzweifelt! meine ganze Kunst erliegt an dem Starrkopf.
D. a. Moor. Wehe, Wehe! Verlaß mich nicht, meine Tochter! — Franz, Franz! gib mir meinen Sohn wieder!
Franz. Wer war's, der ihm den Fluch gab? Wer war's, der seinen Sohn jagte in Kampf und Tod und Verzweiflung? — oh! er war ein Engel! ein Kleinod des Himmels. Fluch über seine Henker! Fluch, Fluch über euch selber! —
D. a. Moor (schlägt mit geballter Faust wider Brust und Stirn.) Er war ein Engel, war Kleinod des Himmels! Fluch, Fluch, Verderben, Fluch über mich selber! Ich bin der Vater, der seinen grosen Sohn erschlug. Mich liebt' er bis in den Tod! mich zu rächen, rannte er in Kampf und Tod! Ungeheuer, Ungeheuer! (wüthet wider sich selber.)