Schwarz. Hurtig, hurtig! wo sind die andern? — tausendsakerment! ihr steht da, und plaudert! Wißt ihr denn nicht — wißt ihr denn gar nicht? — und Roller —

Razmann. Was dann, was dann?

Schwarz. Roller ist gehangen, noch vier andere mit —

Razmann. Roller? Schwere Noth! seit wann — woher weist du's?

Schwarz. Schon über drey Wochen sitzt er, und wir erfahren nichts, schon drey Rechtstäge sind über ihn gehalten worden, und wir hören nichts, man hat ihn auf der Tortur examinirt, wo der Hauptmann sey? — Der wackere Bursche hat nichts bekannt, gestern ist ihm der Proceß gemacht worden, diesen Morgen ist er dem Teufel extra Post zugefahren.

Razmann. Vermaledeyt! weiß es der Hauptmann?

Schwarz. Erst gestern erfährt er's. Er schäumt wie ein Eber. Du weist's, er hat immer am meisten gehalten auf Roller, und nun die Tortur erst — Strick und Leiter sind schon an den Thurm gebracht worden, es half nichts, er selbst hat sich schon in Kapuciners-Kutte zu ihm geschlichen, und die Person mit ihm wechseln wollen, Roller schlugs hartnäckig ab, itzt hat er einen Eid geschworen, daß es uns eiskalt über die Leber lief, er wolle ihm eine Todesfackel anzünden, wie sie noch keinem König geleuchtet hat, die ihnen den Buckel braun und blau brennen soll. Mir ist bang für die Stadt. Er hat schon lang eine Pique auf sie, weil sie so schändlich bigott ist, und du weist, wenn er sagt: ich will's thun! so ist's so viel, als wenn's unser einer gethan hat.

Razmann. Das ist wahr! ich kenne den Hauptmann. Wenn er dem Teufel sein Wort drauf gegeben hätte in die Hölle zu fahren, er würde nie beten, wenn er mit einem halben Vater Unser seelig werden könnte! — Aber ach! der arme Roller! — der arme Roller! —

Spiegelberg. Memento mori! Aber das regt mich nicht an. (Trillert ein Liedgen.)

Geh ich vorbey am Rabensteine,
So blinz ich nur das rechte Auge zu,
Und denk, du hängst mir wohl alleine,
Wer ist ein Narr, ich oder du?