Amalia. Wie, sehen Sie doch besser! ich dachte, Sie kennten ihn —
Moor. Ich kenne meinen Vater nicht besser! Ihm fehlt der sanftmüthige Zug um den Mund, der ihn aus tausenden kenntlich machte — er ist's nicht.
Amalia. Ich erstaune. Wie? Achtzehn Jahre nicht mehr geseh'n, und noch —
Moor (schnell, mit einer fliegenden Röthe.) Dieser ist's! (Er steht wie vom Blitz gerührt.)
Amalia. Ein vortreflicher Mann!
Moor (in seinem Anblick versunken.) Vater, Vater! vergib mir! — Ja ein vortreflicher Mann! — (Er wischt sich die Augen.) Ein göttlicher Mann!
Amalia. Sie scheinen viel Antheil an ihm zu nehmen.
Moor. Oh ein vortreflicher Mann — und er sollte dahin seyn.
Amalia. Dahin! wie unsere besten Freuden dahingeh'n — (sanft seine Hand ergreifend.) Lieber Herr Graf, es reift keine Seeligkeit unter dem Monde.
Moor. Sehr wahr, sehr wahr — und sollten Sie schon diese traurige Erfahrung gemacht haben? Sie können nicht drey und zwanzig Jahr alt seyn.