Franz. Antwort auf meine Frage!
Daniel. Meine grauen Haare, meine grauen Haare!
Franz. Ja oder Nein!
Daniel. Nein! — Gott erbarme sich meiner!
Franz. (Im Begriff zu gehen.) Gut, du sollsts nöthig haben. (Daniel hält ihn auf und fällt vor ihm nieder.)
Daniel. Erbarmen Herr! Erbarmen!
Franz. Ja oder Nein!
Daniel. Gnädiger Herr! ich bin heute ein und siebenzig Jahr alt! und hab' Vater und Mutter geehret, und niemand meines Wissens um des Hellers Werth im Leben vervortheilt, und hab' an meinem Glauben gehalten, treu und redlich, und hab' in eurem Hause gedienet vier und vierzig Jahr, und erwarte itzt ein ruhig seeliges Ende, ach Herr, Herr! (Umfaßt seine Kniee heftig) und ihr wollt mir den letzten Trost rauben im Sterben, daß der Wurm des Gewissens mich um mein letztes Gebet bringe, daß ich ein Greuel vor Gott und Menschen schlafen gehen soll. Nein, nein, mein liebster bester, liebster gnädiger Herr, das woll't ihr nicht, das könn't ihr nicht wollen von einem ein und siebenzigjährigen Manne.
Franz. Ja oder Nein! was soll das Geplapper?
Daniel. Ich will euch von nun an noch eifriger dienen. Will meine dürren Sehnen in eurem Dienst wie ein Taglöhner abarbeiten, will früher aufstehen, will später mich niederlegen — ach und will euch einschliessen in mein Abend- und Morgengebet, und Gott wird das Gebet eines alten Mannes nicht wegwerfen.