Lomellin. Ich gehorsame, aber verzweifle. (Will gehen.)

Andreas. Höre! und nimm diese eisgraue Haarlocke mit—Sie war die
letzte, sagst du, auf meinem Haupt und ging los in der dritten
Jännernacht, als Genua losriß von meinem Herzen und habe achtzig
Jahre gehalten und habe den Kahlkopf verlassen im achtzigsten
Jahre—die Haarlocke ist mürbe! aber doch stark genug, dem schlanken
Jüngling den Purpur zu knüpfen (Er geht ab mit verhülltem Gesicht.
Lomellin eilt in eine entgegengesetzte Gasse. Man hört ein
tumultuarisches Freudengeschrei unter Trompeten und Pauken.)

Fünfzehnter Auftritt

Verrina vom Hafen. Bertha und Bourgognino.

Verrina. Man jauchzt. Wem gilt das?

Bourgognino. Sie werden den Fiesco zum Herzog ausrufen.

Bertha (schmiegt sich ängstlich an Bourgognino). Mein Vater ist fürchterlich, Scipio!

Verrina. Laßt mich allein, Kinder—O Genua! Genua!

Bourgognino. Der Pöbel vergöttert ihn und forderte wiehernd den
Purpur. Der Adel sah mit Entsetzen zu und durfte nicht Nein sagen.

Verrina. Mein Sohn, ich hab' alle meine Habseligkeiten zu Gold gemacht und auf dein Schiff bringen lassen. Nimm deine Frau und stich unverzüglich in See. Vielleicht werd' ich nachkommen. Vielleicht—nicht mehr. Ihr segelt nach Marseille, und (schwer und gepreßt sie umarmend)—Gott geleit' euch! (Schnell ab.)