Fiesco (packt ihn, mit starker Stimme). Stephano! Drullo! Antonio!
(Den Mohren an der Gurgel.) Bleib, guter Freund! Höllische Büberei!
(Bediente.) Bleib und antworte! Du hast schlechte Arbeit gemacht;
an wen hast du dein Taglohn zu fordern?

Mohr (nach vielen vergeblichen Versuchen, sich wegzustehlen, entschlossen). Man kann mich nicht höher hängen, als der Galgen ist.

Fiesco. Nein, tröste dich! Nicht an die Hörner des Monds, aber doch hoch genug, daß du den Galgen für einen Zahnstocher ansehen sollst. Doch deine Wahl war zu staatsklug, als daß ich sie deinem Mutterwitz zutrauen sollte. Sprich also, wer hat dich gedungen?

Mohr. Herr, einen Schurken könnt ihr mich schimpfen, aber den
Dummkopf verbitt' ich.

Fiesco. Ist die Bestie stolz. Bestie, sprich, wer hat dich gedungen?

Mohr (nachdenkend). Hum! so wär' ich doch nicht allein der Narr! —wer mich gedungen hat?—und waren's doch nur hundert magre Zechinen! —Wer mich gedungen hat?—Prinz Gianettino.

Fiesco (erbittert auf und nieder). Hundert Zechinen und nicht mehr für des Fiesco Kopf. (Hämisch.) Schäme dich, Kronprinz von Genua. (Noch einer Schatulle eilend.) Hier, Bursche, sind tausend, und sag deinem Herrn—er sei ein knickiger Mörder!

(Mohr betrachtet ihn vom Fuß bis zum Wirbel.)

Fiesco. Du besinnst dich, Bursche?

Mohr (nimmt das Geld, setzt es nieder, nimmt es wieder und besieht ihn mit immer steigendem Erstaunen).