Fiesco. Was machst, Bursche?

Mohr (wirft das Geld entschlossen auf den Tisch). Herr—das Geld hab' ich nicht verdient.

Fiesco. Schafskopf von einem Jauner! den Galgen hast du verdient. Der entrüstete Elephant zertritt Menschen, aber nicht Würmer. Dich würd' ich hängen lassen, wenn es mich nur so viel mehr als zwei Worte kostete.

Mohr (mit einer frohen Verbeugung). Der Herr sind gar zu gütig.

Fiesco. Behüte Gott! nicht gegen dich. Es gefällt mir nun eben, daß meine Laune einen Schurken, wie du bist, zu etwas und nichts machen kann, und darum gehst du frei aus. Begreife mich recht. Dein Ungeschick ist mir ein Unterpfand des Himmels, daß ich zu etwas Großem aufgehoben bin, und darum bin ich gnädig, und du gehst frei aus.

Mohr (treuherzig). Schlagt ein, Lavagna! Eine Ehre ist der andern werth. Wenn Jemand auf dieser Halbinsel eine Gurgel für Euch überzählig hat, befehlt! und ich schneide sie ab, unentgeldlich.

Fiesco. Eine höfliche Bestie! Sie will sich mit fremder Leute
Gurgeln bedanken.

Mohr. Wir lassen uns nichts schenken, Herr! Unser eins hat auch
Ehre im Leibe.

Fiesco. Die Ehre der Gurgelschneider?

Mohr. Ist wohl feuerfester als Eurer ehrlichen Leute: sie brechen ihre Schwüre dem lieben Herrgott; wir halten sie pünktlich dem Teufel.