Bourgognino. Vorige.

Bourgognino (erhitzt). Springe hoch, Mädchen! Eine Freudenpost! —Edler Verrina, ich komme, meinen Himmel auf Ihre Zunge zu setzen. Schon längst liebte ich Ihre Tochter, und nie durft' ich es wagen, um ihre Hand zu bitten, weil mein ganzes Vermögen auf falschen Brettern von Coromandel schwamm. Eben jetzt fliegt meine Fortuna wohlbehalten in die Rhede und führt, wie sie sagen, unermeßliche Schätze mit. Ich bin ein reicher Mann. Schenken Sie mir Bertha, ich mache sie glücklich. (Bertha verhüllt sich, große Pause.)

Verrina (bedächtlich zu Bourgognino). Haben Sie Lust, junger Mensch,
Ihr Herz in eine Pfütze zu werfen?

Bourgognino (greift nach dem Schwert, zieht aber plötzlich die Hand zurück). Das sprach der Vater-Verrina. Das spricht jeder Schurk' in Italien. Nehmen Sie mit dem Abtrag von anderer Leute Gastung vorlieb?

Bourgognino. Mach mich nicht wahnwitzig, Graukopf!

Calcagno. Bourgognino, wahr spricht der Graukopf.

Bourgognino (auffahrend, gegen Bertha stürzend). Wahr spricht er?
Mich hätte eine Dirne genarrt?

Calcagno. Bourgognino, nicht da hinaus. Das Mädchen ist engelrein.

Bourgognino (steht erstaunt still). Nun! so wahr ich selig werden will. Rein und entehrt. Ich habe keinen Sinn für das.—Sie sehen sich an und sind stumm. Irgend ein Unhold von Missethat zuckt auf ihren bebenden Zungen. Ich beschwöre euch! Schiebt meine Vernunft nicht im Kurzweil herum. Rein wäre sie? Wer sagte rein?

Verrina. Mein Kind ist nicht schuldig.