Mohr. Was das ein Auftritt war! Wenig fehlte, der Teufel hole mich! daß ich nicht Geschmack an der Großmuth gefunden hätte. Sie wälzten sich mir wie unsinnig um den Hals, die Mädel schienen sich bald in meines Vaters Farbe vergafft zu haben, so hitzig fielen sie über meine Mondsfinsterniß her. Allmächtig ist doch das Gold, war da mein Gedanke; auch Mohren kann's bleichen.
Fiesco. Dein Gedanke war besser, als das Mistbeet, worin er wuchs—Die Worte, die du mir hinterbracht hast, sind gut, lassen sich Thaten daraus schließen?
Mohr. Wie aus des Himmels Räuspern der ausbrechende Sturm. Man steckt die Köpfe zusammen, rottiert sich zu Hauf, ruft Hum! spukt ein Fremder vorbei. Durch ganz Genua herrscht eine dumpfe Schwüle— Dieser Mißmuth hängt wie ein schweres Wetter über der Republik— nur einen Wind, so fallen Schlossen und Blitze.
Fiesco. Stille! horch! Was ist das für ein verworrenes Gesumse?
Mohr (aus dem Fenster fliegend). Es ist das Geschrei vieler Menschen, die vom Rathhaus herabkommen.
Fiesco. Heute ist Procuratorwahl. Laß meine Carriole vorfahren.
Unmöglich kann die Sitzung schon aus sein. Ich will hinauf.
Unmöglich kann sie rechtmäßig sein—Schwert und Mantel her. Wo ist
mein Orden?
Mohr. Herr, ich hab' ihn gestohlen und versetzt.
Fiesco. Das freut mich.
Mohr. Nun, wie? wird mein Präsent bald herausrücken?
Fiesco. Weil du nicht auch den Mantel nahmst?