Dreizehnter Auftritt

Andreas. Gianettino.

Andreas. Höre, Neffe! Ich bin schlimm mit dir zufrieden.

Gianettino. Gönnen Sie mir Gehör, durchlauchtigster Oheim.

Andreas. Dem zerlumptesten Bettler in Genua, wenn er es werth ist. Einem Buben niemals, und wär' er mein Neffe. Gnädig genug, daß ich dir den Oheim zeige; du verdientest den Herzog und seine Signoria zu hören.

Gianettino. Nur ein Wort, gnädigster Herr-Andreas. Höre, was du gethan hast, und verantworte dich dann—Du hast ein Gebäude umgerissen, das ich in einem halben Jahrhundert sorgsam zusammenfügte—das Mausoleum deines Oheims—seine einzige Pyramide—die Liebe der Genueser. Den Leichtsinn verzeiht dir Andreas.

Gianettino. Mein Oheim und Herzog-Andreas. Unterbrich mich nicht. Du hast das schönste Kunstwerk der Regierung verletzt, das ich selbst den Genuesern vom Himmel holte, das mich so viele Nächte gekostet, so viele Gefahren und Blut. Vor ganz Genua hast du meine fürstlichen Ehre besudelt, weil du für meine Anstalt keine Achtung zeigtest. Wem wird sie heilig sein, wenn mein Blut sie verachtet?—Diese Dummheit verzeiht dir der Oheim.

Gianettino (beleidigt). Gnädigster Herr, Sie haben mich zu Genuas
Herzog gezogen.

Andreas. Schweig—du bist ein Hochverräther des Staates und hast das Herz seines Lebens verwundet. Merke dir's, Knabe! Es heißt— Unterwerfung!—Weil der Hirte am Abend seines Tagwerks zurücktrat, wähntest du die Heerde verlassen? Weil Andreas eisgraue Haare trägt, trampeltest du wie ein Gassenjunge auf den Gesetzen?

Gianettino (trotzig). Gemach, Herzog. Auch in meinen Adern siedet das Blut das Andreas, vor dem Frankreich erzitterte.