Andreas. Schweig! befehl' ich—Ich bin gewohnt, daß das Meer aufhorcht, wenn ich rede—Mitten in ihrem Tempel spieest du die majestätische Gerechtigkeit an. Weißt du, wie man das ahndet, Rebelle?—Jetzt antworte!

(Gianettino heftet den Blick sprachlos zu Boden.)

Andreas. Unglückseliger Andreas! In deinem eigenen Herzen hast du den Wurm deines Verdiensts ausgebrütet.—Ich baute den Genuesern ein Haus, das der Vergänglichkeit spotten sollte, und werfe den ersten Feuerbrand hinein—Diesen! Dank' es, Unbesonnener, diesem eisgrauen Kopf, der von Familienhänden zur Grube gebracht sein will—Dank' es meiner gottlosen Liebe, daß ich den Kopf des Empörers dem beleidigten Staate nicht—vom Blutgerüste zuwerfe. (Schnell ab.)

Vierzehnter Auftritt

Lomellin außer Athem, erschrocken. Gianettino sieht dem Herzog glühend und sprachlos nach.

Lomellin. Was hab' ich gesehen? was angehört? Jetzt! Jetzt!
Fliehen Sie, Prinz! Jetzt ist Alles verloren.

Gianettino (mit Ingrimm). Was war zu verlieren?

Lomellin. Genua, Prinz. Ich komme vom Markt. Das Volk drängte sich um einen Mohren, der an Stricken dahin geschleift wurde; der Graf von Lavagna, über die dreihundert Nobili ihm nach bis ins Richthaus, wo die Verbrecher gefoltert werden. Der Mohr war über einem Meuchelmord ertappt worden, den er an dem Fiesco vollstrecken sollte.

Gianettino (stampft mit dem Fuß). Was? Sind heut alle Teufel los?

Lomellin. Man inquirierte scharf, wer ihn bestochen. Der Mohr gestand nichts. Man brachte ihn auf die erste Folter. Er gestand nichts. Man brachte ihn auf die zweite. Er sagte aus, sagte aus—gnädiger Herr, wo gedachten Sie hin, da Sie Ihre Ehre einem Taugenichts preisgaben?