Calcagno (in Bewegung). Andreas, der abgelebte Andreas, dessen
Rechnung mit der Natur vielleicht übermorgen zerfallen ist?

Sacco. Andreas, der sanftmüthige Alte?

Fiesco. Furchtbar ist dieses alten Mannes Sanftmuth, mein Sacco! Gianettinos Tolltrotz nur lächerlich. Andreas Doria falle! das sprach deine Weisheit, Verrina.

Bourgognino. Ketten von Stahl oder Seide—es sind Ketten, und
Andreas Doria falle!

Fiesco (zum Tisch gehend). Also den Stab gebrochen über Onkel und
Neffen! Unterzeichnet! (Alle unterschreiben.) Das Wer? ist
berichtigt. (Setzen sich wieder.) Nun zum gleich merkwürdigen
Wie?—Reden Sie zuerst, Freund Calcagno.

Calcagno. Wir führen es aus wie Soldaten oder wie Meuter. Jenes ist gefährlich, weil es uns zwingt, viele Mitwisser zu haben, gewagt, weil die Herzen der Nation noch nicht ganz gewonnen sind—diesem sind fünf gute Dolche gewachsen. In drei Tagen ist hohe Messe in der Lorenzokirche. Beide Doria halten dort ihre Andacht. In der Nähe des Allerhöchsten entschläft auch Tyrannenangst. Ich sagte Alles.

Fiesco (abgewandt). Calcagno—abscheulich ist Ihre vernünftige
Meinung—Raphael Sacco?

Sacco. Calcagnos Gründe gefallen mir, seine Wahl empört. Besser,
Fiesco läßt Oheim und Neffen zu einem Gastmahle laden, wo sie dann,
zwischen den ganzen Groll der Republik gepreßt, die Wahl haben, den
Tod entweder an unsern Dolchen zu essen, oder in gutem Cyprier
Bescheid zu thun. Wenigstens bequem ist diese Methode.

Fiesco (mit Entsetzen). Sacco, und wenn der Tropfe Wein, den ihre sterbende Zunge kostet, zum siedenden Pech wird, ein Vorschmack der Hölle—Wie dann, Sacco?—Weg mit diesem Rath! Sprich du, Verrina.

Verrina. Ein offenes Herz zeigt eine offene Stirn. Meuchelmord bringt uns in jedes Banditen Brüderschaft. Das Schwert in der Hand deutet den Helden. Meine Meinung ist, wir geben laut das Signal des Aufruhrs, rufen Genuas Patrioten stürmend zur Rache auf. (Er fährt vom Sessel. Die Andern folgen. Bourgognino wirft sich ihm um den Hals.)