Lady. Sie ließen sich beschwatzen, Sophie—der schwache Fürst—der hofschlaue Walter—der alberne Marschall—Jeder von ihnen wird darauf schwören, daß diese Heirath das unfehlbarste Mittel sei, mich dem Herzog zu retten, unser Band um so fester zu knüpfen!—Ja! es auf ewig zu trennen! auf ewig diese schändlichen Ketten zu brechen! —Belogene Lügner! Von einem schwachen Weib überlistet! Ihr selbst führt mir jetzt meinen Geliebten zu! Das war es ja nur, was ich wollte—Hab' ich ihn einmal—hab' ich ihn—o dann auf immer gute Nacht, abscheuliche Herrlichkeit-

Zweite Scene.

Ein alter Kammerdiener des Fürsten, der ein Schmuckkästchen trägt.
Die Vorigen.

Kammerdiener. Seine Durchlaucht der Herzog empfehlen sich Milady zu Gnaden und schicken Ihnen diese Brillanten zur Hochzeit. Sie kommen so eben erst aus Venedig.

Lady (hat das Kästchen geöffnet und fährt erschrocken zurück).
Mensch! was bezahlt dein Herzog für diese Steine?

Kammerdiener (mit finsterm Gesicht). Sie kosten ihn keinen Heller!

Lady. Was? Bist du rasend? Nichts?—und (indem sie einen Schritt von ihm wegtritt) du wirfst mir ja einen Blick zu, als wenn du mich durchbohren wolltest—Nichts kosten ihn diese unermeßlich kostbaren Steine?

Kammerdiener. Gestern sind siebentausend Landskinder nach Amerika fort—die bezahlen Alles.

Lady (setzt den Schmuck plötzlich nieder und geht rasch durch den Saal, nach einer Pause zum Kammerdiener). Mann! Was ist dir? Ich glaube, du weinst?

Kammerdiener (wischt sich die Augen, mit schrecklicher Stimme, alle
Glieder zitternd). Edelsteine, wie diese da—ich hab' auch ein paar
Söhne drunter.