Lady. Wir können mit einander nicht glücklich w. Wir müssen doch der Voreiligkeit Ihres Vaters zum Opfer werden. Nimmermehr werd' ich das Herz eines Mannes haben, der mir seine Hand nur gezwungen gab.

Ferdinand. Gezwungen? Lady? gezwungen gab? und also doch gab? Können Sie eine Hand ohne Herz erzwingen? Sie einem Mädchen den Mann entwenden, der die ganze Welt dieses Mädchens ist? Sie einen Mann von dem Mädchen reißen, das die ganze Welt dieses Mannes ist? Sie, Milady—vor einem Augenblick die bewundernswürdige Britten?—Sie können das?

Lady. Weil ich es muß. (Mit Ernst und Stärke.) Meine Leidenschaft, Walter, weicht meiner Zärtlichkeit für Sie. Meine Ehre kann's nicht mehr—Unsre Verbindung ist das Gespräch des ganzen Landes. Alle Augen, alle Pfeile des Spotts sind auf mich gespannt. Die Beschimpfung ist unauslöschlich, wenn ein Unterthan des Fürsten mich ausschlägt. Rechten Sie mit Ihrem Vater. Wehren Sie sich, so gut Sie können.—Ich lass' alle Minen springen. (Sie geht schnell ab. Der Major bleibt in sprachloser Erstarrung stehen. Pause. Dann stürzt er fort durch die Flügelthüre.)

Vierte Scene.

Zimmer beim Musikanten.

Miller. Frau Millerin. Luise treten auf.

Miller (hastig ins Zimmer). Ich hab's ja zuvor gesagt!

Luise (sprengt ihn ängstlich an). Was, Vater? was?

Miller (rennt wie toll auf und nieder). Meinen Staatsrock her—hurtig—ich muß ihm zuvorkommen—und ein weißes Manschettenhemd! —Das hab' ich mir gleich eingebildet!

Luise. Um Gotteswillen! Was?