Millerin. Was gibt's denn? was ist's denn?
Miller (wirft seine Perrücke ins Zimmer). Nur gleich zum Friseur das!
—Was es gibt? (Vor den Spiegel gesprungen.) Und mein Bart ist auch
wieder fingerslang—Was es gibt?—Was wird's geben, du Rabenaas?—Der
Teufel ist los, und dich soll das Wetter schlagen!
Frau. Da sehe man! Über mich muß gleich alles kommen.
Miller. Über dich? Ja, blaues Donnermaul! und über wen anders? Heute früh mit deinem diabolischen Junker—Hab ich's nicht im Moment gesagt?—Der Wurm hat geplaudert.
Frau. Ah was! Wie kannst du das wissen?
Miller. Wie kann ich das wissen?—Da!—unter der Hausthüre spukt ein
Kerl des Ministers und fragt nach dem Geiger.
Luise. Ich bin des Todes!
Miller. Du aber auch mit deinen Vergißmeinnicht-Augen! (Lacht voller Bosheit.) Das hat seine Richtigkeit, wem der Teufel ein Ei in die Wirthschaft gelegt hat, dem wird eine hübsche Tochter geboren—Jetzt hab' ich's blank.
Frau. Woher weißt du denn, daß es der Luise gilt?—Du kannst dem Herzog recommendiert worden sein. Er kann dich ins Orchester verlangen.
Miller (springt nach seinem Rohr). Daß dich der Schwefelregen von
Sodom!—Orchester!—Ja, wo du Kupplerin den Discant wirst heulen und
mein blauer Hinterer den Conterbaß vorstellen! (Wirft sich in seinen
Stuhl.) Gott im Himmel!