Ferdinand (eilt auf Luisen zu, die ihm halb todt in die Arme fällt).
Luise! Hilfe! Rettung! Der Schrecken überwältigt sie!
Miller (ergreift sein spanisches Rohr, setzt den Hut auf und macht sich zum Angriff gefaßt).
Frau (wirft sich auf die Kniee vor dem Präsident).
Präsident (zu den Gerichtsdienern, seinen Orden entblößend). Legt Hand an, im Namen des Herzogs—Weg von der Metze, Junge—Ohnmächtig oder nicht—wenn sie nur erst das eiserne Halsband um hat, wird man sie schon mit Steinwürfen aufwecken.
Frau. Erbarmung, Ihro Excellenz! Erbarmung! Erbarmung!
Miller (reißt seine Frau in die Höhe). Knie vor Gott! alte Heulhure, und nicht vor—Schelmen, weil ich ja doch schon ins Zuchthaus muß.
Präsident (beißt die Lippen). Du kannst dich verrechnen, Bube. Es stehen noch Galgen leer! (Zu den Gerichtsdienern.) Muß ich es noch einmal sagen?
Gerichtsdiener (dringen auf Luisen ein).
Ferdinand (springt an ihr auf und stellt sich vor sie, grimmig). Wer will was? (Er zieht den Degen sammt der Scheide und wehrt sich mit dem Gefäß.) Wag' es, sie anzurühren, wer nicht auch die Hirnschale an die Gerichte vermiethet hat. (Zum Präsident.) Schonen Sie Ihrer selbst! Treiben Sie mich nicht weiter, mein Vater.
Präsident (drohend zu den Gerichtsdienern). Wenn euch euer Brod lieb ist, Memmen-Gerichtsdiener (greifen Luisen wieder an).