Wurm. "Aber bald wird mir meine Maske unerträglich—unerträglich—Wenn ich nur loskommen könnte"-Luise (hält inne, steht auf, geht auf und nieder, den Kopf gesenkt, als suchte sie was auf dem Boden; dann setzt sie sich wiederum, schreibt weiter). "Loskommen könnte"

Wurm. "Morgen hat er den Dienst—Passen Sie ab, wenn er von mir geht, und kommen an den bewußten Ort"—Haben Sie "bewußten?"

Luise. Ich habe Alles!

Wurm. "An den bewußten Ort zu Ihrer zärtlichen…. Luise"

Luise. Nun fehlt die Adresse noch.

Wurm. "An Herrn Hofmarschall von Kalb."

Luise. Ewige Vorsicht! Ein Name, so fremd meinen Ohren, als meinem Herzen diese schändlichen Zeilen. (Sie steht auf und betrachtet eine große Pause lang mit starrem Blick das Geschriebene, endlich reicht sie es dem Secretär mit erschöpfter, hinsterbender Stimme.) Nehmen Sie, mein Herr. Es ist mein ehrlicher Name—es ist Ferdinand—es ist die ganze Wonne meines Lebens, was ich jetzt in Ihre Hände gebe—Ich bin eine Bettlerin.

Wurm. O nein doch! Verzagen Sie nicht, liebe Mademoiselle. Ich habe herzliches Mitleid mit Ihnen. Vielleicht—wer weiß?—Ich könnte mich noch wohl über gewisse Dinge hinwegsetzen—Wahrlich! Bei Gott! Ich habe Mitleid mit Ihnen.

Luise (blickt ihn starr und durchdringend an). Reden Sie nicht aus, mein Herr. Sie sind auf dem Wege, sich etwas Entsetzliches zu wünschen.

Wurm (im Begriff, ihre Hand zu küssen). Gesetzt, es wäre diese niedliche Hand—Wie so, liebe Jungfer?