Barak. Kommt, kommt, mein König!
Befürchtet nichts für Euren Sohn! Vielleicht
Daß ihn, eh noch der nächste Tag verlaufen,
Das höchste Glück belohnt und Euch mit ihm!
Nur, daß sein Name nicht, noch auch der Eure
Von Euern Lippen komme—Merkt Euch das!
Ich nenne mich hier Hassan, nicht mehr Barak.

Timur. Was für Geheimnisse—Erklär' mir doch!

Barak. Kommt! Hier ist nicht der Ort, davon zu reden!
Folgt mir nach meiner Wohnung—Doch, was seh' ich?

(Skirina tritt aus dem Palast.)

Mein Weib aus dem Serail! O wehe mir!
Wir sind entdeckt! (Zu Skirina heftig.) Was hast du hier zu suchen?
Unglückliche! Wo kommst du her?

Sechster Auftritt.

Skirina zu den Vorigen.

Skirina. Nun! Nun!
Aus dem Serail komm' ich, von meiner Tochter.
Die Freude trieb mich hin, daß unser Gast,
Der fremde Prinz, den Sieg davon getragen.
Die Neugier auch—Nun ja—Ich wollte sehn,
Wie dieser männerscheuen Unholdin
Der Brautstand läßt—und freute mich darüber
Mit meiner Tochter Zelima.

Barak. Dacht' ich's doch!
Weib! Weib! Du weißt nicht Alles, und geschwätzig
Wie eine Elster läufst du ins Serail;
Ich suchte dich, es dir zu untersagen.
Umsonst! Zu spät! Des Weibes Unverstand
Rennt immer vor des Mannes weisem Rath
Voraus—Was ist nicht alles dort getratscht,
Geplaudert worden! Nur heraus! Mir ist,
Ich höre dich in deiner albernen
Entzückung sagen: Dieser Unbekannte
Ist unser Gast; er wohnt bei uns; mein Mann
Kennt ihn und hält ihn hoch in Ehren—Sprich,
Hast du's gesagt?

Skirina. Und wenn ich nun? Was wär's?