(Gegen die Zuschauer.)
Es kann geschehen, daß man einen Beutel
Mit Golde ausschlägt—möglich ist's! Was mich betrifft,
Ich that mein Bestes, und ich konnt' es nicht. (Er geht ab.)
Kalaf. Er hat mir Argwohn in mein Herz gepflanzt.
Wer könnte mich hier überfallen wollen?
Und laß die Teufel aus der Hölle selbst
Ankommen, dieses Herz wird standhaft bleiben. (Er tritt ans Fenster.)
Der Tag ist nicht mehr weit, ich werde nun
Nicht lange mehr auf dieser Folter liegen.
Indeß versuch' ich es, ob ich vielleicht
Den Schlaf auf diese Augen locken kann.
(Indem er sich auf das Ruhebette niederlassen will, öffnet sich eine von den Thüren.)
Achter Auftritt.
Kalaf. Skirina in männlicher Kleidung und mit einer Maske vor dem Gesicht.
Skirina (furchtsam sich nähernd).
Mein lieber Herr—Herr—O, wie zittert mir
Das Herz!
Kalaf (auffahrend). Wer bist du, und was suchst du hier?
Skirina (nimmt die Maske vom Gesicht).
Kennt Ihr mich nicht? Ich bin ja Skirina,
Des armen Hassans Weib und Eure Wirthin.
Verkleidet hab' ich durch die Wachen mich
Herein gestohlen—Ach! was hab' ich Euch
Nicht alles zu erzählen—Doch die Angst
Erstickt mich, und die Kniee zittern mir;
Ich kann vor Thränen nicht zu Worte kommen.
Kalaf. Sprecht, gute Frau. Was habt Ihr mir zu sagen?