Skirina (sich immer schüchtern umsehend).
Mein armer Mann hält sich versteckt. Es ward
Der Turandot gesagt, daß er Euch kenne.
Nun wird ihm nachgespürt an allen Orten,
Ihn ins Serail zu schleppen und ihm dort
Gewaltsam Euren Namen abzupressen.
Wird er entdeckt, so ist's um ihn geschehn;
Denn eher will er unter Martern sterben,
Als Euch verrathen.

Kalaf. Treuer, wackrer Diener!
—Ach, die Unmenschliche!

Skirina. Ihr habt noch mehr
Von mir zu hören—Euer Vater ist
In meinem Haus.

Kalaf. Was sagst du? Große Götter!

Skirina. Von Eurer Mutter zum trostlosen Wittwer
Gemacht—

Kalaf. O meine Mutter!

Skirina. Hört mich weiter!
Er weiß, daß man Euch hier bewacht; er zittert
Für Euer Leben; er ist außer sich;
Er will verzweifelnd vor den Kaiser dringen,
Sich ihm entdecken, kost' es, was es wolle;
Mit meinem Sohne, ruft er, will ich sterben!
Vergebens such' ich ihn zurück zu halten,
Sein Ohr ist taub, er hört nur seinen Schmerz;
Nur das Versprechen, das ich ihm gethan,
Ein tröstend Schreiben ihm von Eurer Hand
Mit Eures Namens Unterschrift zu bringen,
Das ihm Versichrung gibt von Eurem Leben,
Hielt ihn vom Äußersten zurück! So hab' ich mich
Hieher gewagt und in Gefahr gesetzt,
Dem kummervollen Greise Trost zu bringen.

Kalaf. Mein Vater hier in Peckin! Meine Mutter
Im Grab!—Du hintergehst mich, Skirina!

Skirina. Mich strafe Fohi, wenn ich Euch das lüge!

Kalaf. Bejammernswerther Vater! Arme Mutter!