Wallenstein.
Furcht! Wovor?

Gräfin.
Du möchtest schnell wegreisen diese Nacht,
Und beim Erwachen fänden wir dich nimmer.

Wallenstein.
Einbildungen.

Gräfin.
O meine Seele wird
Schon lang von trüben Ahnungen geängstigt,
Und wenn ich wachend sie bekämpft, sie fallen
Mein banges Herz in düstern Träumen an.
—Ich sah dich gestern nacht mit deiner ersten
Gemahlin, reich geputzt, zu Tische sitzen—

Wallenstein.
Das ist ein Traum erwünschter Vorbedeutung,
Denn jene Heirat stiftete mein Glück.

Gräfin.
Und heute träumte mir, ich suchte dich
In deinem Zimmer auf—Wie ich hineintrat,
So war's dein Zimmer nicht mehr, die Kartause
Zu Gitschin war's, die du gestiftet hast
Und wo du willst, daß man dich hin begrabe.

Wallenstein.
Dein Geist ist nun einmal damit beschäftigt.

Gräfin.
Wie? Glaubst du nicht, daß eine Warnungsstimme
In Träumen vorbedeutend zu uns spricht?

Wallenstein.
Dergleichen Stimmen gibt's—Es ist kein Zweifel!
Doch Warnungsstimmen möcht' ich sie nicht nennen,
Die nur das Unvermeidliche verkünden.
Wie sich der Sonne Scheinbild in dem Dunstkreis
Malt, eh' sie kommt, so schreiten auch den großen
Geschicken ihre Geister schon voran,
Und in dem Heute wandelt schon das Morgen.
Es machte mir stets eigene Gedanken,
Was man vom Tod des vierten Heinrichs liest.
Der König fühlte das Gespenst des Messers
Lang vorher in der Brust, eh' sich der Mörder
Ravaillac damit waffnete. Ihn floh
Die Ruh', es jagt' ihn auf in seinem Louvre,
Ins Freie trieb es ihn; wie Leichenfeier
Klang ihm der Gattin Krönungsfest, er hörte
Im ahnungsvollen Ohr der Füße Tritt,
Die durch die Gassen von Paris ihn suchten—

Gräfin.
Sagt dir die innre Ahnungsstimme nichts?