Buttler.
Grafen! Was?
Octavio.
Dem Grafentitel, mein ich.
Buttler. (heftig auffahrend)
Tod und Teufel!
Octavio. (kalt)
Ihr suchtet darum nach. Man wies Euch ab.
Buttler.
Nicht ungestraft sollt Ihr mich höhnen. Zieht!
Octavio.
Steckt ein. Sagt ruhig, wie es damit ging. Ich will
Genugtuung nachher Euch nicht verweigern.
Buttler.
Mag alle Welt doch um die Schwachheit wissen,
Die ich mir selbst nie verzeihen kann!
—Ja! Generalleutnant, ich besitze Ehrgeiz,
Verachtung hab ich nie ertragen können.
Es tat mir wehe, daß Geburt und Titel
Bei der Armee mehr galten als Verdienst.
Nicht schlechter wollt' ich sein als meinesgleichen,
So ließ ich mich in unglücksel'ger Stunde
Zu jenem Schritt verleiten—Es war Torheit!
Doch nicht verdient' ich, sie so hart zu büßen!
—Versagen konnte man's—Warum die Weigerung
Mit dieser kränkenden Verachtung schärfen,
Den alten Mann, den treu bewährten Diener
Mit schwerem Hohn zermalmend niederschlagen,
An seiner Herkunft Schmach so rauh ihn mahnen,
Weil er in schwacher Stunde sich vergaß!
Doch einen Stachel gab Natur dem Wurm,
Den Willkür übermütig spielend tritt—
Octavio.
Ihr müßt verleumdet sein. Vermutet Ihr
Den Feind, der Euch den schlimmen Dienst geleistet?
Buttler.
Sei's, wer es will! Ein niederträcht'ger Bube,
Ein Höfling muß es sein, ein Spanier,
Der Junker irgend eines alten Hauses,
Dem ich im Licht mag stehn, ein neid'scher Schurke,
Den meine selbstverdiente Würde kränkt.
Octavio.
Sagt. Billigte der Herzog jenen Schritt?