Gordon.
O Gott im Himmel!

Buttler.
Wißt Ihr andern Rat,
Des Kaisers Meinung zu vollziehen? Sprecht!
Denn stürzen, nicht vernichten will ich ihn.

Gordon.
O Gott! Was sein muß, seh ich klar wie Ihr,
Doch anders schlägt das Herz in meiner Brust.

Buttler.
Auch dieser Illo, dieser Terzky dürfen
Nicht leben, wenn der Herzog fällt.

Gordon.
O nicht um diese tut mir's leid. Sie trieb
Ihr schlechtes Herz, nicht die Gewalt der Sterne.
Sie waren's, die in seine ruh'ge Brust
Den Samen böser Leidenschaft gestreut,
Die mit fluchwürdiger Geschäftigkeit
Die Unglücksfrucht in ihm genährt—Mag sie
Des bösen Dienstes böser Lohn ereilen!

Buttler.
Auch sollen sie im Tod ihm gleich voran.
Verabred't ist schon alles. Diesen Abend
Bei eines Gastmahls Freuden wollten wir
Sie lebend greifen und im Schloß bewahren.
Viel kürzer ist es so. Ich geh sogleich,
Die nötigen Befehle zu erteilen.

Siebenter Auftritt

Vorige. Illo und Terzky.

Terzky.
Nun soll's bald anders werden! Morgen ziehn
Die Schweden ein, zwölftausend tapfre Krieger.
Dann grad auf Wien. He! Lustig, Alter! Kein
So herb Gesicht zu solcher Freudenbotschaft!

Illo.
Jetzt ist's an uns, Gesetze vorzuschreiben
Und Rach' zu nehmen an den schlechten Menschen,
Den schändlichen, die uns verlassen. Einer
Hat's schon gebüßt, der Piccolomini.
Ging's allen so, die's übel mit uns meinen!
Wie schwer trifft dieser Schlag das alte Haupt!
Der hat sein ganzes Leben lang sich
Abgequält, sein altes Grafenhaus zu fürsten,
Und jetzt begräbt er seinen einz'gen Sohn!