Buttler.
Schad ist's doch um den heldenmüt'gen Jüngling,
Dem Herzog selbst ging's nah, man sah es wohl.

Illo.
Hört, alter Freund! Das ist es, was mir nie
Am Herrn gefiel, es war mein ew'ger Zank,
Er hat die Welschen immer vorgezogen.
Auch jetzo noch, ich schwör's bei meiner Seele,
Säh' er uns alle lieber zehnmal tot,
Könnt' er den Freund damit ins Leben rufen.

Terzky.
Still! Still! Nicht weiter! Laß die Toten ruhn!
Heut gilt es, wer den andern niedertrinkt,
Denn Euer Regiment will uns bewirten.
Wir wollen eine lust'ge Faßnacht halten,
Die Nacht sei einmal Tag, bei vollen Gläsern
Erwarten wir die schwed'sche Avantgarde.

Illo.
Ja, laßt uns heut noch guter Dinge sein,
Denn heiße Tage stehen uns bevor.
Nicht ruhn soll dieser Degen, bis er sich
In österreich'schem Blute satt gebadet.

Gordon.
Pfui, welche Red' ist das, Herr Feldmarschall,
Warum so wüten gegen Euren Kaiser—

Buttler.
Hofft nicht zu viel von diesem ersten Sieg.
Bedenkt, wie schnell des Glückes Rad sich dreht,
Denn immer noch sehr mächtig ist der Kaiser.

Illo.
Der Kaiser hat Soldaten, keinen Feldherrn,
Denn dieser König Ferdinand von Ungarn
Versteht den Krieg nicht—Gallas? Hat kein Glück
Und war von jeher nur ein Heerverderber.
Und diese Schlange, der Octavio,
Kann in die Fersen heimlich wohl verwunden,
Doch nicht in offner Schlacht dem Friedland stehn.

Terzky.
Nicht fehlen kann's uns, glaubt mir's nur. Das Glück
Verläßt den Herzog nicht; bekannt ist's ja,
Nur unterm Wallenstein kann Östreich siegen.

Illo.
Der Fürst wird ehestens ein großes Heer
Beisammen haben, alles drängt sich, strömt
Herbei zum alten Ruhme seiner Fahnen.
Die alten Tage seh ich wiederkehren,
Der große wird er wieder, der er war—
Wie werden sich die Toren dann ins Aug'
Geschlagen haben, die ihn jetzt verließen!
Denn Länder schenken wird er seinen Freunden
Und treue Dienste kaiserlich belohnen.
Wir aber sind in seiner Gunst die nächsten.
(Zu Gordon.)
Auch Eurer wird er dann gedenken, wird Euch
Aus diesem Neste ziehen, Eure Treu
In einem höhern Posten glänzen lassen.

Gordon.
Ich bin vergnügt, verlange höher nicht
Hinauf: wo große Höh', ist große Tiefe.