Thekla.
Am liebsten spräch' ich ihn allein. Ich werde
Alsdann um so gefaßter mich betragen.

Wallenstein. (zur Herzogin)
Laß es geschehn. Laß sie's mit ihm allein
Ausmachen. Es gibt Schmerzen, wo der Mensch
Sich selber nur helfen kann, ein starkes Herz
Will sich auf seine Stärke nur verlassen.
In ihrer, nicht an fremder Brust muß sie
Kraft schöpfen, diesen Schlag zu überstehn.
Es ist mein starkes Mädchen; nicht als Weib,
Als Heldin will ich sie behandelt sehn.
(Er will gehen.)

Gräfin. (hält ihn)
Wo gehst du hin? Ich hörte Terzky sagen,
Du denkest morgen früh von hier zu gehn,
Uns aber hierzulassen.

Wallenstein.
Ja, ihr bleibt
Dem Schutze wackrer Männer übergeben.

Gräfin.
O nimm uns mit dir, Bruder! Laß uns nicht
In dieser düstern Einsamkeit dem Ausgang
Mit sorgendem Gemüt engegenharren.
Das gegenwärt'ge Unglück trägt sich leicht,
Doch grauenvoll vergrößert es der Zweifel
Und der Erwartung Qual dem weit Entfernten.

Wallenstein.
Wer spricht von Unglück? Beßre deine Rede.
Ich hab ganz andre Hoffnungen.

Gräfin.
So nimm uns mit. O laß uns nicht zurück
In diesem Ort der traurigen Bedeutung,
Denn schwer ist mir das Herz in diesen Mauern,
Und wie ein Totenkeller haucht mich's an,
Ich kann nicht sagen, wie der Ort mir widert.
O führ uns weg! Komm, Schwester, bitt ihn auch,
Daß er uns fortnimmt! Hilf mir, liebe Nichte.

Wallenstein.
Des Ortes böse Zeichen will ich ändern:
Er sei's, der mir mein Teuerstes bewahrte.

Neubrunn. (kommt zurück):
Der schwed'sche Herr!

Wallenstein.
Laßt sie mit ihm allein.
(Ab.)