Herzogin. (zu Thekla)
Sieh, wie du dich entfärbtest! Kind, du kannst ihn
Unmöglich sprechen. Folge deiner Mutter.
Thekla.
Die Neubrunn mag denn in der Nähe bleiben.
(Herzogin und Gräfin gehen ab.)
Zehnter Auftritt
Thekla. Der schwedische Hauptmann. Fräulein Neubrunn.
Hauptmann. (naht sich ehrerbietig)
Prinzessin—ich—muß um Verzeihung bitten,
Mein unbesonnen rasches Wort—Wie konnt' ich—
Thekla. (mit edelm Anstand)
Sie haben mich in meinem Schmerz gesehn,
Ein unglücksvoller Zufall machte Sie
Aus einem Fremdling schnell mir zum Vertrauten.
Hauptmann.
Ich fürchte, daß Sie meinen Anblick hassen,
Denn meine Zunge sprach ein traurig Wort.
Thekla.
Die Schuld ist mein. Ich selbst entriß es Ihnen,
Sie waren nur die Stimme meines Schicksals.
Mein Schrecken unterbrach den angefangnen
Bericht. Ich bitte drum, daß Sie ihn enden.
Hauptmann. (bedenklich)
Prinzessin, es wird Ihren Schmerz erneuern.
Thekla.
Ich bin darauf gefaßt—Ich will gefaßt sein.
Wie fing das Treffen an? Vollenden Sie.