[Inhalts-Übersicht.]

[Vorwort]VII
[Verzeichnis der mehrmals zitierten Werke und Abhandlungen]IX-XI
[Inhaltsübersicht]XII-XV
[Einleitung]: Mannigfaltigkeit der Interessen auf städtischerund englischer Seite 1-3
[1. Kapitel:] Die Hansen in England und die Engländerin Norwegen, Schonen und den Ostseeländern bis in diezweite Hälfte des 14. Jahrhunderts
Die Deutschen in England bis zum Beginn des 14. JahrhundertsS. 4. — Der Aufschwung des hansischenHandels in der Zeit Eduards III. S. 7. — Der englischeAktivhandel nach Norwegen, Schonen und den Ostseeländern,besonders nach Preußen S. 12.
4-16
[2. Kapitel:] Die ersten Kämpfe um die hansischen Privilegien.1371-1380
Die Verweigerung des Pfundgeldes durch die Hansenund die Verhandlungen im Jahre 1375 S. 17. — Die Einziehungder hansischen Privilegien beim RegierungsantrittRichards II. S. 23. — Die Verhandlungen imJahre 1378 S. 25. — Die vier englischen ForderungenS. 26. — Die hansische Gesandtschaft im Jahre 1379S. 30. — Die Auslieferung der Privilegien 1380 S. 33.— Fortdauern der Gegensätze, besonders der Mißstimmungder Preußen gegen die Engländer S. 34. — AblehnendeHaltung der wendischen Städte gegen einenweiteren Kampf mit England S. 34.
17-35
[3. Kapitel:] Die englische Zoll- und Fremdenpolitik unterRichard II. Der preußisch-englische Konflikt von 1385bis 1388
Die Erhebung der Subsidien und der anderen neuen Zöllevon den Hansen S. 36. — Die englische Fremdenpolitikunter Richard II. S. 38. — Der Versuch Londons, denGeltungsbereich der hansischen Privilegien einzuschränkenS. 39. — Die Wegnahme preußischer Schiffe imSwin im Mai 1385 S. 41. — Die preußische Gesandtschaft1386 S. 42. — Die Beschlagnahme des englischenGuts in Stralsund S. 44. — Verhandlungen in MarienburgS. 45. — Abschluß eines Friedens mit Preußen undder Hanse 1388 S. 45.
36-48
[4. Kapitel:] Die Aufhebung des Vertrages von 1388. Diehansisch-englischen Verhandlungen von 1403-1409
Die Engländer in Preußen S. 49. — Ein neuer Konfliktzwischen der Hanse und England durch die Erhebungder Subsidien und der Tuchzölle S. 51. — Kündigungdes Vertrages von 1388 durch Preußen S. 53. —Preußische Gesandtschaft 1403 S. 55. — Verkehrsverbotder Preußen S. 57. — Gemeinsames Vorgehen der preußischenund hansischen Städte S. 58. — Die Verhandlungenin Preußen und in Dordrecht 1405 S. 60. —Haager Friedensverhandlungen 1407 S. 62. — Preußisch-englischerHandelsvertrag 1409 S. 66.
49-68
[5. Kapitel:] Die hansisch-englischen Beziehungen bis zumAbschluß des Vertrages von 1437
Gefährdung der Machtstellung der Hanse um 1410S. 69. — Englisches Piratenunwesen in der NordseeS. 70. — Verhandlungen zu Konstanz 1417 S. 70.— Der englische Handel in Preußen im ersten Dritteldes 15. Jahrhunderts S. 71. — Die Hansen in Englandin derselben Zeit S. 74. — Die Unterbrechungdes englischen Ostseehandels durch den Krieg derwendischen Städte gegen Dänemark S. 78. — Erhöhungdes Pfund- und Tonnengeldes 1431 S. 79. —Der Hansetag zu Lübeck 1434 S. 80. — HansischeGesandtschaft nach England im Herbst 1434 S. 81. —Zögernde Haltung des Hochmeisters S. 82. — Hansisch-englischeVerhandlungen im Winter 1436-37S. 84. — Vertrag vom März 1437 S. 85.
69-86
[6. Kapitel:] Die Nichtbestätigung des Vertrages von 1437durch die Preußen. Englische Gewaltpolitik in denvierziger und fünfziger Jahren
Die Ablehnung des Vertrages durch die PreußenS. 87. — Englische Klagen vor dem Hochmeister undHeinrich VI. S. 88. — Bedenkliche Lage des hansischenKaufmanns in England S. 89. — PreußischeGesandtschaft im Sommer 1447 S. 90. — Die Suspensionder hansischen Privilegien 1447 S. 91. — Verhandlungenzwischen der Hanse und England zuLübeck 1449 S. 92. — Wegnahme der Baienflotte 1449S. 93. — Verhandlungen in Flandern im Oktober 1449S. 94. — Gefangennahme der englischen Gesandtendurch die lübischen Bergenfahrer 1450 S. 96. — UtrechterTagfahrt 1451 S. 97. — Eröffnung der Fehdedurch Lübeck S. 98. — Abschluß eines achtjährigenStillstandes 1456 S. 99. — Wegnahme einer lübischenFlotte durch Warwick 1458 S. 100. — Wiederausbruchder Fehde zwischen Lübeck und England S. 101. —Thronwechsel in England 1461 S. 101. — Gesandtschaftdes rheinisch-westfälischen Drittels nach England 1462S. 103. — Verhandlungen zu Hamburg 1465 S. 105.— Fünfjähriger Stillstand S. 106. — Englisch-burgundischesBündnis S. 106.
87-107
[7. Kapitel:] Der hansisch-englische Seekrieg. Der Friedezu Utrecht
Gefangensetzung und Verurteilung der hansischenKaufleute in England im Jahre 1468 S. 108. — TrennungKölns von der Hanse S. 111. — Hansetag imApril 1469 S. 113. — Burgundische Vermittlung S. 114.— Beginn des Kaperkrieges S. 115. — Bündnisanträgeder Westmächte S. 116. — Hansetag zu Lübeck imSeptember 1470 S. 116. — Die ZurückführungEduards IV. nach England mit Hilfe der hansischenKaper S. 118. — Das hansische Verkehrsverbot S. 119.— Der Seekrieg 1471 und 1472 S. 119. — Friedensstimmungin England S. 121. — Verhandlungen zu Utrechtim Juli und September 1473 S. 122. — Bestätigungder Abmachungen durch König und ParlamentS. 124. — Friedensschluß im Februar 1474 S. 125. —Widerstand Danzigs gegen den Vertrag S. 126. —Annahme des Vertrages durch die Städte S. 127. —Wiederherstellung des Londoner Kontors S. 128. —Wiederaufnahme Kölns in die Hanse und in das KontorS. 129. — Die Lage des hansischen Handels in Englandnach dem Frieden S. 130. — Der englische OstseehandelS. 131. — Englands Handel nach Norwegen undIsland in der ersten Hälfte des 15. JahrhundertsS. 132.
108-133
[8. Kapitel:] Die hansisch-englischen Beziehungen unterden beiden ersten Tudors
Verschlechterung der hansisch-englischen Beziehungendurch die steigende Erbitterung der englischen Handelskreiseam Ende der achtziger Jahre S. 134. — AntwerpenerTagfahrten 1491 und 1497 S. 141. — Tagfahrtzu Brügge 1499 S. 146. — Sonderverhandlungenzwischen Riga und England S. 148. — Die Parlamentsaktevon 1504 zugunsten der hansischen KaufleuteS. 150. — Ungetrübte hansisch-englische Beziehungenin der letzten Zeit Heinrichs VII. und in den erstenJahren Heinrichs VIII. S. 151. — Wolseys Vorgehengegen die Hansen seit 1517 S. 154. — Brügger Tagfahrtenvon 1520 und 1521 S. 157. — Umfang deshansischen Handels mit England und des englischenAktivhandels in der ersten Hälfte des 16. JahrhundertsS. 163.
134-165
[9. Kapitel:] Die hansischen Niederlassungen in England
1. Verhältnis der Niederlassungen zueinander S. 166.— Verschiedener Anteil der einzelnen Städtegruppenam Londoner Kontor und den Niederlassungen an derOstküste S. 168. — 2. Bestimmungen über die Zulassungzu den hansischen Privilegien in EnglandS. 170. — Die Verhansung S. 175. — 3. Die Einteilungin Drittel auf dem Londoner Kontor S. 177. — Wahldes Vorstandes S. 177. — Rechte und Pflichten desVorstandes S. 181. — Die Klerks S. 183. — Der englischeÄltermann und Justiziar der hansischen KaufleuteS. 184. — 4. Das Finanzwesen des KontorsS. 187. — Anhang: Liste der Älterleute des LondonerKontors von 1383 bis 1520 S. 189. — der SekretäreS. 191. — der englischen Älterleute und JustiziareS. 192.
166-192
[Schluß]: Aufhebung der hansischen Privilegien. Die Ursachendes englischen Siegs193-195

Einleitung.

Unter den Hansestädten waren vornehmlich die rheinisch-westfälischen und die preußischen Städte am Handel mit England beteiligt. Köln im Westen und Danzig im Osten waren die Hauptträger dieses Verkehrs. Lübeck und die wendischen Städte, der eigentliche Kern der Hanse, standen zurück; ihre kommerziellen Beziehungen zu England waren verhältnismäßig gering. Die Westdeutschen besuchten England seit alters und haben dort dauernd eine Hauptrolle gespielt. Auf dem Londoner Kontor, das aus der alten Kölner Gildhalle hervorgegangen war, bildeten die Kölner und Westfalen wohl stets die Mehrzahl. Die Westdeutschen brachten die Produkte der Landwirtschaft, des Bergbaus und des städtischen Gewerbefleißes ihrer Heimat nach England und holten von dort vor allem Wolle und Tuch. Die Preußen erschienen erst seit dem 14. Jahrhundert in größerer Zahl in England. Die englischen Märkte boten ihnen gute Absatzgebiete für die zahlreichen Rohstoffe, welche das östliche Europa lieferte.

Alle hansischen Kaufleute verband das gemeinsame Interesse, die privilegierte Stellung, welche sie ihrem Handel in England errungen hatten, zu behaupten. Ein Angriff auf ihre Freiheiten traf alle in gleicher Weise und mußte sie zu gemeinsamer Abwehr zusammenführen. Aber es bestanden auch scharfe Interessengegensätze zwischen den einzelnen hansischen Gruppen, so daß das Band, welches alle Städte England gegenüber verknüpfte, oft nicht stark genug war, die widerstreitenden Interessen zusammenzuhalten. Köln und Danzig haben sich wiederholt um ihres Sondervorteils willen von ihren Genossen getrennt und die Sache der Hanse verraten. Die Verschiedenheit der städtischen Interessen beruhte nicht bloß auf der oben skizzierten verschiedenen Beteiligung an dem englischen Handel; es kam noch ein anderer wichtiger Unterschied zwischen dem Osten und dem Westen der Hanse hinzu, der englische Handel nach Preußen. Die englischen Kaufleute verkehrten im 14. und 15. Jahrhundert nur sehr wenig in den Hansestädten, dagegen unterhielten sie einen beträchtlichen Eigenhandel nach Preußen. Die preußischen Städte waren bestrebt, die englische Konkurrenz nicht zu mächtig werden zu lassen. Köln und seine Nachbarn zeigten aber wenig Lust, sich für diese preußischen Sonderinteressen einzusetzen und ihretwegen ihren gewinnreichen Handel mit England zu unterbrechen. Doch konnten sie es oft nicht verhindern, daß sie in den preußisch-englischen Gegensatz hineingezogen wurden. Hansisch-englische Konflikte waren oft nur preußisch-englische Konflikte.

Die hansischen Kaufleute verdankten ihre bevorzugte Stellung in England hauptsächlich zwei Gründen, ihrer Tätigkeit als Handelsvermittler zwischen dem östlichen und dem westlichen Europa und der dynastischen Politik der englischen Könige. Obwohl Englands Handelsstand an Unternehmungsgeist und Rührigkeit dem der anderen Nationen durchaus nicht nachstand, lag im 14. und 15. Jahrhundert die englische Ein- und Ausfuhr zu einem sehr großen Teil in den Händen auswärtiger Kaufleute. Die englischen Könige haben wohl zuweilen versucht, den Handel und die Schiffahrt ihres Landes gegen die Fremden zu heben; aber dieses Ziel konsequent zu verfolgen, lag ihnen fern. Ihre von dynastischen Gesichtspunkten geleitete Politik und finanzielle Rücksichten hinderten sie, die Forderungen ihrer Kaufleute zu erfüllen und das Übergewicht des fremden Handels zu beseitigen. Sie sahen in der Handelspolitik in erster Linie ein Mittel, ihre Finanzen zu vermehren. Eine Beschränkung des auswärtigen Handels hätte aber gerade das Gegenteil bewirkt, die Zolleinnahmen vermindert. Es ist ferner schon öfter darauf hingewiesen worden, welche nachteiligen Folgen die zahlreichen äußeren und inneren Kriege für den englischen Handel hatten. Der hundertjährige Krieg mit Frankreich und die jahrzehntelangen Kämpfe der beiden Rosen nahmen die Kräfte des Landes so völlig in Anspruch, daß die gesunde Entwicklung des Handels und der Schiffahrt gehemmt wurde.

Doch war es nicht bloß das eigene Interesse, welches die englischen Könige veranlaßte, den hansischen Handel zu begünstigen und zu fördern. Auch die große Mehrzahl des Landes wünschte eine Beschränkung des hansischen Verkehrs nicht. Die Hansen fanden wiederholt bei den weltlichen und geistlichen Großen Unterstützung gegen die Forderungen der englischen Kaufleute. Denn die Grundbesitzer und auch die Handwerker hofften einerseits durch die Konkurrenz der Fremden bessere Preise für ihre Erzeugnisse zu erzielen; andrerseits konnten und wollten sie auf die notwendigen Rohstoffe des östlichen Europa nicht verzichten, welche ihnen fast allein durch die Hansen zugeführt wurden. Solange daher die Hansen imstande waren, die Fremden von dem ostwestlichen Verkehr fernzuhalten und auf den englischen Märkten als die einzigen oder doch weitaus wichtigsten Vermittler der zahlreichen Rohstoffe des Ostens aufzutreten, war ihr Handel in England unentbehrlich.