Ich entfernte mich einige Schritte von ihr, setzte mich nieder und pflückte, was mir unter die Hände kam. Sie sah ein paarmal verstohlen nach mir her und besserte immerfort an dem zerdrückten Kranze. Nach einer kleinen Pause sagte sie zu mir:

»Steht nicht da bey Dir ein Tausendschönchen?«

So erbittert ich war, so rasch und willig drehete ich mich um, und sah nach einem Tausendschönchen. Ich fand eins, pflückt' es und bracht' es ihr, ohne eine Sylbe zu sagen.

»Ich danke Dir, Moriz! Siehst Du, hier fehlt es!«

So?

Ich ging stillschweigend fort und setzte mich wieder an meinen alten Platz. Sie machte sich sehr viel mit dem Kranze zu schaffen; im Grunde besserte sie aber nichts daran, konnte auch nichts daran bessern, denn er war nicht im mindesten beschädigt. Nach einer kleinen Weile fing sie wieder an:

»Ach, Morizchen, nur noch eins!«

Ich stand brummend auf, und pflückt' es. Das Morizchen that mir unendlich sanft, aber mein Verdruß ließ nicht zu, daß ich es mir eingestund.

Da ist es, Malchen.

In dem Augenblicke schlug es drey. Sie sprang auf, faßte mit ihrer Linken meine Rechte, und mit ihrer Rechten setzte sie mir in vollem Laufe, den Kranz auf den Kopf. So jagten wir völlig versöhnt auf das Schloß zu.