Neuntes Kapitel.
Das Liebespfand.

Wir rauschten in die Stube hinein, wo wir den Magister Fink, den jungen Herrn, und Fräulein Louisen schon antrafen.

»Man gehe hübsch sachte auf ein andermal,« sagte der Magister, »man könnte fallen. Ueberhaupt aber schickt es sich nicht, wenn man in ein Zimmer gleichsam hereinbrauset, um so weniger, da ich diese Stunde unserer allerheiligsten Religion gewidmet habe. Man nehme die Katechismos!«

Wir setzten uns lachend zu den Andern und thaten, als wenn wir von der Strafpredigt nichts hörten.

»Monsieur Ernst, wo hat man seinen Katechismum?«

Ich hab' ihn vergessen!

»Proh Deum, über die unerhörte negligentiam!«

Ich kann ja mit in Malchens Buch sehen!

»Man mache sich keine Hoffnung! – Aber – was erblicke ich! – einen Kranz? Man nehme hurtig den Kranz vom Kopfe, man würde nur die Andern in ihrem Fleiße stören!«

Bitte, Herr Magister!