Nach einigen Tagen ließ mich die Gräfin rufen, und ich flog zu ihr, weil mir träumte, sie würde mir eine angenehme Nachricht von Malchen mitzutheilen haben.
»Wie leben Sie, Lemberg? Immer noch so mißmuthig? Wenn Sie sich nur entdeckten, vielleicht gäbe es Mittel dagegen!«
Ich zuckte die Achseln und hatte viel auf dem Herzen.
»Ist es Mißvergnügen über Ihre Lage, oder verliebte Besorgniß?«
Das erstre, gnädige Gräfin!
»Ist Ihnen das Pagenleben zuwider? Wünschen Sie sich einen andern Stand? Entdecken Sie sich, ich weiß Mittel, Sie zu beruhigen!«
Diese letzten Worte brachten mein Blut in Bewegung. Ich glaubte, aus denselben sicher schließen zu dürfen, daß sie Nachrichten von Malchen hätte, die sie im Begriff stände, mir mitzutheilen. So schief diese Vorstellung war, so schief fiel auch meine Antwort aus.
»Ihr Betragen ist unausstehlich, Lemberg! Sie scheinen selbst nicht zu wissen, was Sie wollen, und es ist nöthig, daß Andre für Sie denken und handeln!«
Bey diesen Worten fuhr sie ganz von ungefähr in die Tasche, und ich hörte Papier rauschen. Was konnte dies anders seyn, als ein Brief von Malchen? Ich erwartete unter Zittern und Ungeduld den Augenblick, wo sie die Hand herausziehen würde. Es geschah, aber da kam kein Brief von Malchen! Wie bitter war ich getäuscht! Meine ganze Fassung war dahin.
»Wollen Sie Soldat werden?«