[77] Georg Schweinfurth. Im Herzen von Afrika. Reisen und Entdeckungen im äquatorialen Centralafrika. Leipzig, 1874. Bd. I. S. 163.

[78] Sir John Lubbock. Pre-historic Times as illustrated by ancient remains and the manners and customs of modern Savages. London, 1869. S. 533.

[79] Paul Mantegazza. Indien. Aus dem Italienischen von H. Meister. Jena, 1885. S. 207.

[80] Merkwürdigerweise werden hauptsächlich männliche Gottheiten ganz nackt dargestellt, oder die Gewandung erscheint, wie beim Apoll vom Belvedere, dort, wo sie nach unseren Begriffen überflüssig wäre. Ganz ähnlich verhalten sich, um nur einige Beispiele zu nennen, die Sylvanusstatue in der Blundellschen Sammlung, die Bronzestatue von Herculaneum, der Eros im Pariser Louvre, der vatikanische Apoll (im Museo Pio-Clementino) und das Marmorstandbild des erst spät aufgekommenen Gottes Atys in der Landsdowneschen Sammlung. Letzterer hat nicht die allergeringste Spur von Bekleidung, nur den das Geschlechtswerkzeug verdeckenden üblichen Blätterschmuck, welcher an sich schon ein Beweis ist, dass das Schamgefühl sich dessen bewusst geworden, was der Verhüllung bedürftig. Der im Hause des Augustus gefundene Apollo Sauroktonos verzichtet aber sogar darauf und prangt als splitternacktes Menschenkind mit dem völlig unverhüllten Wahrzeichen seiner Männlichkeit. Seltener sind ganz nackte Göttinnen. Ausser Venus in ihren mannigfachen Gestalten und den Grazien erscheinen die übrigen Göttinnen nicht leicht ohne irgend eine Gewandung. Liegt in dieser auffallenden Bevorzugung des männlichen Körpers in der Darstellung des Nackten durch die antike Kunst nicht etwa ein Fingerzeig, dass die Alten das menschliche Schönheitsideal in der männlichen und nicht in der weiblichen Gestalt erblickten?

[81] Ich will indess nicht unbemerkt lassen, dass die alten byzantinischen Kruzifixe, wie z. B. jenes, welches im Dom zu Braunschweig aufbewahrt wird, Christus in eine lange Kutte gekleidet darstellen.

[82] So z. B. der Hermes-Augustus im Museum zu Rennes, die Kolossalstatue aus Bronze, welche Augustus als Jupiter darstellt (Museum zu Neapel), Britannikus als Bacchus, gefunden zu Tivoli. Ganz nackt ist ein Mars Ultor, eine Marmorstatue, welche aber eher einen Römer des ersten Jahrhunderts als Mars Ultor vorstellen dürfte, denn gerade die Gottheit an sich.

[83] Max Buchner. Reise durch den Stillen Ozean. Breslau, 1878. S. 352–354.

[84] Georges Bousquet. Le Japon de nos jours et les échelles de l’extrème Orient. Paris, 1877. Bd. I. S. 87.

[85] Hugo Zöller. Pampas und Anden. Sitten- und Kulturschilderungen aus dem spanisch redenden Südamerika mit besonderer Berücksichtigung des Deutschtums. Stuttgart u. Berlin, 1884, S. 364.

[86] Ausland, 1870. S. 294.