Wenn diese einträte und der Prinz sich nächstdem zur Annahme bereit erklärte, so wäre uns Allen freilich am besten geholfen.

Nach vielen anderen Reden und Erörterungen kam man zu folgenden Beschlüssen: die Reichsversammlung wird sich weder selbst auflösen, noch auf längere Zeit vertagen (beides war vorgeschlagen worden); sie wird weder unthätig die Hände in den Schoß legen, noch sich zu revolutionairen Maßregeln fortreißen lassen; sie wird ein österreichisch-ultramontanes Ministerium bekämpfen, und ihre Maßregeln ergreifen, so wie es die sich drängenden Ereignisse jedes Tages erfordern. — Gebe Gott daß uns die Macht bleibt, auf der Bahn der Mäßigung zu beharren!

Alle Reichsminister haben ihr Amt niedergelegt; wir gehen also auch hier neuen Stürmen entgegen!

Hundertfünfundvierzigster Brief.

Frankfurt a. M., den 29. April 1849.

Es giebt der Verzweifelnden jetzt nur zu Viele. Sie theilen sich jedoch in zwei Klassen. Die eine giebt händeringend Alles auf, die andere sieht Hülfe lediglich in gewaltsamen oder unausführbaren Maßregeln.

Diese sagen: welcher rechtliche Deutsche kann länger dulden, daß Preußen unentschlossen und muthlos Versteck spielt? Kann seine Regierung die neue Zeit und ihre großen unvermeidlichen Zwecke nicht begreifen, gestalten, beherrschen; so müssen wir ohne Preußen, ja am besten ohne alle diese hemmenden Fürsten und Dynastien, die Wiedergeburt Deutschlands begründen und ihm die gebührende Stelle in Europa verschaffen.

Wenn Bitten, Ermahnen, verständiges und gesetzliches Andringen ganz vergeblich bleiben, so müssen wir uns zu der moralischen Kraft und durch diese auch die physische verschaffen und Kämpfe wagen, die (wie die Weltgeschichte zeigt) zuletzt immer siegreich waren u. s. w.

— — Für eine schwankende Politik, für halbe Maßregeln kann sich Niemand begeistern und opfern. Wenneher ist in der Weltgeschichte so viel dargeboten und so viel verscherzt worden?