In meiner Rede erinnerte ich an die frühere, übertrieben getadelte Mannigfaltigkeit Deutschlands, an die noch nicht ausgestorbene Vorliebe für dieselbe und wie schwer es mir geworden, immer mehr die nothwendige größere Einheit anzuerkennen. Diese Einheit müsse, insbesondere dem Auslande gegenüber gestärkt werden, wofür ich viele pariser Erfahrungen als Beweise anführte. In Paris hätten sich die Feinde Deutschlands über die §. 2 und 3 aus den und den Gründen sehr gefreut; wenn aber Österreich jetzt blos einige Änderungen des alten Bundestages bezwecke, so reiche dies nicht aus, und noch weniger sei Baiern zu seinen Widersprüchen hinreichend berechtigt u. s. w. u. s. w.

Den 19. Februar.

Gestern war ich auf einem großen Mittagsmahle beim Präsidenten Simson, zu welchem (sehr vernünftig) Abgeordnete aller Farben und Parteien eingeladen waren. Dies ist weit besser als das schroffe Absondern: man lernt sich kennen und verständigt sich besser im Gespräch, als durch lange Parteireden in der Paulskirche.

Welch dürftiges Ende uns auch bevorstehe, die Gedanken von Grundrechten, einem Volkshause und der Einheit Deutschlands werden nicht wieder verschwinden, sondern durch Zank und Uneinigkeit hindurch immer wieder hervorbrechen. Ich mache Euch aufmerksam auf die vortreffliche Rede Bassermann’s (in No. 172 der Berichte) über das Wahlgesetz. Nach solchen Vorgängern hätte ich (selbst bei größerem Talent, als ich besitze) nur Ähren lesen können.

Hundertfunfzehnter Brief.

Frankfurt a. M., den 20. Februar 1849.

Meine Weissagung ist eingetroffen: alle Vorschläge, das allgemeine Wahl- und Stimmrecht mehr oder weniger zu beschränken, sind durchgefallen; ja, man war nahe daran, es auch Bankerottirern und Bettelleuten zu verleihen!

Den 21. Februar.