— — Ich las Allerlei in Johnson’s Leben englischer Dichter. Man erwartet ein glänzendes, poetisches, glückseliges Leben! — findet aber meist Unzufriedenheit, Neid, Armuth, Unordnung, Speichelleckerei, Grobheit u. s. w. u. s. w.!! — schlechter, als die gewöhnlichste Prosa des täglichen Lebens. Doch giebt es Ausnahmen; oder man könnte auch sagen: unter allen Poeten zur Zeit der Königin Anna, gebe es keinen einzigen Dichter!

Nachmittags.

Die bekannte preußische Note hat großen Beifall gefunden; jedoch nur als ein erstes Wort, dem mehre folgen müßten. Indeß hatte sie sogleich die günstige Wirkung, viele kleinere Fürsten zu überzeugen, daß ihr Dasein nur dadurch könne gerettet werden, wenn sie durch eine starke Reichsgewalt gegen das Ausland und die Demokraten geschützt würden.

Minder willig sind die deutschen Könige, welche mit einer Souverainetät Götzendienst treiben, die sie zu Knechten machte, und welche das deutsche Reich niemals kannte oder anerkannte. Österreich kann und will sich nicht einer Reichsgewalt unterwerfen, wie man sie hier festsetzte, und Preußen muß dasselbe thun, im Fall man sie an Österreich überträgt. Mithin fragt sich: will man die Verfassung so herstellen, wie es Österreich verlangt; oder will man mit Österreich besondere Verträge abschließen? Diese gutentheils neuen Fragen und Zweifel führen zu einer Umstellung, Trennung oder Vereinigung der hiesigen Parteien. Vor ein Paar Tagen traten in der sogenannten Mainlust die Gegner des bezweckten Bundesstaates zusammen, meist Österreicher und Baiern. Sie waren so ziemlich darüber einig, was sie nicht wollten, konnten sich aber über keine positiven Gegenvorschläge einigen. Dies veranlaßte eine zweite Versammlung, welche im Weidenbusch zusammentrat und größtentheils aus Preußen bestand. Ich habe mich, da eine unbestimmte Neutralität jetzt nicht ausreicht, ihr angeschlossen und Gelegenheit genommen, meine Überzeugung auszusprechen. Man kam zu folgenden vorläufigen Beschlüssen:

1) An der Bildung eines Volkshauses und Staatenhauses festzuhalten. Beide werden die Mehrzahl der Stimmen für sich vereinigen.

2) Auf den Reichsrath kein Gewicht zu legen. Ich halte ihn nicht blos für unbrauchbar, sondern auch für schädlich.

3) Auf keine Trias, kein Direktorium u. dergl. einzugehen, sondern an der Einheit der Reichsgewalt festzuhalten.

4) Wider jeden Plan zu stimmen, der blos auf eine Modifikation des alten Bundes- und Fürstentages hinausläuft.

5) Um des Titels des Reichsoberhauptes willen das Gelingen der Sache keiner Gefahr bloßzustellen.