6) Die Erblichkeit des Reichsoberhauptes als die beste Form, so lange als möglich, zu vertheidigen.
7) Das Kriegs-, Zoll- und Gesandtschaftswesen vorzugsweise in die Hände der Reichsgewalt niederzulegen.
Bei der ungefähr gleichen Stärke der Parteien, liegt die Entscheidung in der Macht der Linken; auch sagt diese sehr offenherzig: sie werde diese Verhältnisse für sich ausbeuten und sich derjenigen Partei anschließen, welche ihr die meisten Concessionen mache.
Das größte Gewicht hat jedoch Preußen, sobald der neue Reichstag seine heiligen Pflichten erfüllt. Tollkühnheit ist eben immer toll; wer aber nicht wagt, gewinnt nicht, und günstige Gelegenheiten kehren selten wieder, wenn sie versäumt werden.
Viele wünschen und weissagen: der frankfurter Reichstag werde mit nichts abschließen, und hierin liege die erfreuliche Rückkehr zum Alten und Bewährten. Ich halte diese Ansicht für grundfalsch. Nach kurzer, täuschender Ruhe und Freude würde bald eine Revolution hervorbrechen, schrecklicher noch als die des Jahres 1848.
Hundertsechzehnter Brief.
Frankfurt a. M., den 22. Februar 1849.
Unsere Aussichten werden täglich trüber! Die Preußen gehen zum Theil fort, die Österreicher (deren eine große Zahl fehlte) wählen erst jetzt und eilen nach Frankfurt, die Erklärungen der Könige weisen Dinge bestimmt zurück, die ihnen unbequem erscheinen, bleiben aber nächstdem bei leeren, nichtssagenden, altdiplomatischen Redensarten stehen (z. B. sie wünschten Deutschlands Wohl und Einigkeit) und geben zu der gerechten Vermuthung Anlaß, im Hintergrunde stehe der Zweck, einen engeren Bundestag zu bilden, wo die Könige und ihre Abgeordneten vorherrschen, die kleineren Fürsten wenig sind, und das Volkshaus nicht zum Dasein kommt.
Seit Monaten liegen die wichtigen Beschlüsse der Reichsversammlung vor Augen: war es nicht das Recht und die Pflicht der Fürsten und Regierungen sich darüber (vor der zweiten Lesung) in wohlbegründetem Tadel und in tröstender Beistimmung auszusprechen? Gerathen jene nicht in das ausgefahrne Gleise früherer Jahre, in die Vornehmthuerei und Geheimnißkrämerei, in die jämmerlichen Kunststücke einer abgestorbenen Diplomatik? — Wie können wir bei der zweiten Lesung Einwendungen berücksichtigen, die man über die eigentlichen Hauptpunkte fast nirgends ausspricht? Wie darf man freundliche Nachgiebigkeit von der Reichsversammlung verlangen, wenn man die natürliche Besorgniß erregt: man wünsche (nach der zweiten Lesung) ihre Auflösung, um dann zu thun, was Jedem behagt! Erst hatten die Regierungen (aus Angst vor Aufständen) nicht den Muth, übertriebene Ansprüche der hiesigen Versammlung zurückzuweisen; jetzt (das zeigt sich täglich mehr) möchten jene ihr alle Rechte absprechen und sie als ein revolutionaires Ungeheuer betrachten und behandeln. Große, tief eingreifende Bewegungen, endigen aber niemals mit nichts, und fast alle Glieder der hiesigen Versammlung werden sich links wenden, wenn die Fürsten nichts gelernt haben und nichts bieten, als einen ausgeflickten, geschminkten Bundestag.