An der Stirnseite des nächsten Strebepfeilers ein kleines Relief: Christus am Ölberg. Kopie. Über die Ölbergreliefs an St. Sebald und die daran erkennbare Stilentwicklung handelt im Zusammenhang E. Redslob in den Mitteilungen aus dem Germanischen Nationalmuseum 1907, S. 14 ff.

Das von M. M. Mayer S. 17 erwähnte schon damals fast ganz verwitterte Relief mit dem hl. Sebaldus und zwei anderen Heiligen ist der Zeit zum Opfer gefallen.

Abb. 75. Grabrelief der Haller am südlichen Turm.

Südportal, beziehungsweise das südliche Eingangsportal des südlichen Seitenschiffes:

Bogenfeld mit der Reliefdarstellung des Jüngsten Gerichtes (Abb. [73]). Aus der mit der Erweiterung der Seitenschiffe begründeten Bildhauerschule. Um 1310. Der Darstellung liegt die in der gotischen Zeit übliche Komposition zugrunde, sie unterscheidet sich jedoch von den übrigen Darstellungen des 14. Jahrhunderts noch durch den Mangel einer sichtlichen Hervorhebung der Horizontalteilung sowie durch das Vorhandensein des Erzengels Michael als einer stehenden Figur. Das Relief zeigt ebenso wie die säulenartige Profilierung der Leibungen Reste alter Bemalung.

Bei dem für die Komposition zur Verfügung stehenden engen Raum konnten die sonst nirgends fehlenden Engel mit den Leidenswerkzeugen nicht untergebracht werden oder wurden vergessen. Sie erhielten nachträglich in Gestalt von Statuetten ihren Platz zu beiden Seiten in der Bogenleibung auf dem Gesims der Kapitäle.

Außerdem steht noch links auf demselben Gesims die Figur des Abraham mit den Seligen im Schoß. Dem Bildhauer schwebte wahrscheinlich die Komposition des Nordportales am Bamberger Dom, der sogenannten Fürstenpforte, vor Augen.