Abb. 107. Detail vom Bamberger Fenster.
Die obere Reihe zeigt unter Baldachinarchitektur links einen Verkündigungsengel, im zweiten Felde dem Engel zugewendet einen bärtigen Mann (Verkündigung Johannis?), im dritten Felde einen hackenden Mann, im vierten eine spinnende Frau, vor ihr eine Wiege mit Kind (Adam und Eva nach dem Sündenfall?). In der mittleren Reihe links eine gekrönte Heilige und zwei andere nicht genauer zu deutende Figuren; im zweiten Feld zwei weibliche Heilige mit dicken Büchern in den Händen; im dritten und vierten Felde vornehme Gesellschaft im Zeitkostüm, von fraglicher Bedeutung. Am ganzen Gemälde ist im Laufe der Zeit viel verändert worden.
Im oberen freien Teil des Fensters zwei runde Medaillons mit Wappen der Geuder.
2. Das Grundherrsche Fenster. 1372–1379. Das Gemälde umfaßt die sechs unteren Reihen. Durch Versetzung mehrerer Felder in der Gesamtkomposition entstellt. Das Fenster muß sich ursprünglich an anderer Stelle befunden haben und wurde hierher versetzt, als man das Imhoffsche Fenster, dessen Maßwerkmalereien an ihrer alten Stelle verblieben, von hier auf die gegenüberliegende südliche Seite des Ostchors überführte. Die Stifterfiguren der äußeren Felder der unteren Reihe gehören der spätmittelalterlichen Zeit an. Im übrigen enthalten die zwei mittleren Felderreihen in achtpaßförmigen Kartuschen Darstellungen aus der Marienlegende, unten, jetzt in der zweiten Reihe, die Donatoren, in den äußeren Bahnen Heilige mit Attributen oder Schriftbändern.
In den freien Teilen des Fensters acht runde Medaillons mit drei Grundherrschen Wappen und den Wappen der Kreß, Ebner und? (Baumstamm mit roten Lindenblättern auf silbernem Grunde).
Im Maßwerk, eigentlich zu dem Imhoffschen Fenster gehörend, zwei Engel mit Blasinstrumenten in Wolken, darüber das Imhoffsche Wappen. 17. Jahrhundert.
In den beiden Fenstern der Pfinzingempore 2 größere und 30 kleinere Rundscheiben mit Pfinzingwappen.
Im Maßwerk des Fensters über der großen Sakristei zwei große Schreyersche Allianzwappen.