Im fünften Fenster befinden sich jetzt sechs kleine Rundscheiben mit Allianzwappen der Familien Dietherr, Kreß, Harsdorf, Ölhafen und Rohleder sowie einem Pömerschen Wappen.
5. Gedenktafeln, Totenschilder, Stuhlwerk, Orgeln und Glocken.
Gedenktafeln. Diejenigen Geschlechter, deren Begräbnisstätten in der Kirche lagen oder welche sich durch hervorragende Stiftungen ausgezeichnet hatten, besaßen das Recht, große Tafeln mit Verzeichnissen der Vorfahren zum Andenken an dieselben in der Nähe der gestifteten Gegenstände aufzuhängen. Die Sitte kam zwar schon zur Zeit der Spätgotik auf, allein erst mit der um die Mitte des 17. Jahrhunderts durchgeführten Barockausstattung wurde vielfach Gebrauch davon gemacht. Die uns erhaltenen Gedenktafeln gehören den Patrizierfamilien Ebner, Fürer, Holzschuher, Kreß, Löffelholz, Pfinzing, Pömer, Scheurl, Tucher und Volckamer an.
Der Inhalt der Tafeln hat lediglich familiengeschichtliches Interesse. Von künstlerischem Wert sind nur einige Tafeln durch reichere Gestaltung der holzgeschnitzten Rahmen, insbesondere der die Tafeln bekrönenden Aufsätze und Wappenschilder. Von den der Mitte des 17. Jahrhunderts angehörigen Gedenktafeln verdienen hervorgehoben zu werden die der Löffelholz im Westchor, die der Kreß mit dem Holztafelgemälde des segnenden Weltheilandes und dem Wappenschilde aus der Rokokozeit (Abb. [111]) und die der Volckamer im Ostchor vor dem Muffelschen Altar (Abb. [112]); von den ein Jahrhundert jüngeren Tafeln im ausgesprochenen Rokokostil die der Ebner beim nördlichen Turm (Abb. [113]), die der Holzschuher im südlichen Seitenschiff und die der Fürer im Ostchor beim Muffelschen Altar. In die Renaissancezeit fällt eine der vielen Tucherschen Tafeln, welche im Ostchor an der Wand des Tucherfensters hängt (Abb. [114]). Sie zeichnet sich dadurch aus, daß in ihrer Mitte ein aus dem Beginn des 16. Jahrhunderts stammendes Ölgemälde aus Holz eingelassen ist, darstellend den Tod vor offenem Grabe mit Schriftband: „Was ir seit, das was ich, vnd was ich bin, das wert ir.“
Abb. 111. Detail vom Rahmen der Kressischen Totentafel im Ostchor.
Abb. 112. Detail vom Rahmen der Volckamerschen Totentafel im Ostchor.