Kirchenstühle und anderes Mobiliar. Das in Eichenholz ziemlich derb geschnitzte Chorgestühl im Mittelschiff des Ostchores zwischen den Pfeilern stammt aus der Zeit der Vollendung des Chorneubaues zwischen den Jahren 1372 und 1379 (Abb. [121], [122] und [123]). Die Seitenteile der Stühle sind mit ornamentalen, durchbrochen gearbeiteten und mit figürlichen Schnitzereien, Propheten, Apostel sowie andere Heilige und phantastische Tiergestalten darstellend, ausgestattet. An den Rückwänden der Chorstühle zu beiden Seiten des Altares sind jetzt zwei runde holzgeschnitzte Medaillons angebracht: links der heilige Sebald in einem Renaissanceraum, zu seinen beiden Seiten die Wappen von Dänemark und Frankreich, zu seinen Füßen das Schreyersche Wappen (vgl. Titelvignette), auf der anderen (rechten) Seite in Hochoval das Grundherrsche Wappen. Beide Medaillons rühren vermutlich von früheren Kirchenstühlen (einem Schreyerschen und einem Grundherrschen?) her.

Im südlichen Seitenschiff an der Westwand neben der Turmhalle ein zweisitziger Kirchenstuhl ohne besondere Dekoration, ebenfalls aus Eichenholz mit zwei eingeschnittenen Wappen der Haller (Abb. [124]).

Im Löffelholz- oder Westchor ein im frühen Barockstil reichgeschnitzter Stuhl vom Jahre 1627 (Abb. [125]).

Ihm gegenüber einfach geschnitzter Stuhl des Handwerks der Holz- und Beindrechsler mit deren Wappen auf vergoldetem Kupfer von 1738.

Im nördlichen Seitenschiff an der Turmwand hübsch ornamentierter Stuhl aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts.

Neben dem Eingange des nördlichen Seitenschiffes einfach geschnitzter Stuhl des Handwerks der Bäcker. 17. Jahrhundert.

Außerdem noch zwei ganz einfache Kirchenstühle in der nördlichen Turmhalle und beim Eingange des südlichen Seitenschiffes; letzterer mit reicherem barockem Aufsatz mit den Emblemen des Schuhmacherhandwerks. Ferner mancherlei kräftig geschnitztes Stuhlwerk an den Wänden der Kirche aus verschiedenen Epochen: an der Südwand des Ostchors einfaches gotisches Chorgestühl, gegenüber an der Nordwand die Tucherschen Chorstühle unter den Gedenktafeln des Tucherschen Geschlechts aus der Zeit der Spätrenaissance. Der gleichen Zeit gehören auch die beiden Tucherschen Paramentenschränke an, die sich jetzt hinter dem Altare befinden. Weitere Chor- und Handwerkerstühle mit einfach ausgeschnittenen Stuhlwangen in verschiedenen Teilen der Kirche.

Hinter dem Hochaltar zwei mit Schnitzerei verzierte Sängerpulte aus dem 17. Jahrhundert mit drehbaren Aufsätzen.

Die einfachen Chorschranken rühren vermutlich von der Restaurierung um die Mitte des 17. Jahrhunderts her.