[VII] Ebenso wurden im Petrusaltar und im Sakristeialtar nicht mehr mit Sicherheit zu entziffernde Urkunden samt Reliquien vorgefunden und mit diesen wieder in die betreffenden Altäre eingeschlossen.
[VIII] Über die Wetzrillen an der Sebalduskirche vgl. Otto Schulz in der Denkmalspflege. III (1901), S. 651.
[IX] Das bei Daun, Adam Kraft und die Künstler seiner Zeit, Berlin 1897, S. 79, erwähnte Entstehungsjahr 1506 findet sich nirgends belegt. Nach 1500 könnte das Relief auch stilistich gar nicht mehr entstanden sein. Es ist mit den Stationen und namentlich, was den Hintergrund anlangt, zu nahe mit dem Schreyerschen Grabmal verwandt, als daß es zeitlich so weit von denselben abgerückt werden dürfte. Auch nach der kostümlichen Seite gehört die Darstellung in die neunziger Jahre des 15. Jahrhunderts. Es ist somit kein Grund vorhanden, an der Richtigkeit der überlieferten Jahrzahl 1496 zu zweifeln.
[X] Rée (Nürnberg, Berühmte Kunststätten, Nr. 5, 3. Aufl., S. 43, vgl. auch S. 61) datiert das Sakramentshäuschen annähernd richtig. Daun, a. a. O., S. 10, setzt es an den Anfang des 15. Jahrhunderts ohne nähere Begründung, Pückler (Die Nürnberger Bildnerkunst) gar erst in die Zeit von 1430 bis 1442. Er erklärt diese Zeitangabe nicht nur mit stilistischen Gründen, sondern auch damit, daß in den beiden Stiftern Peter Groland und Jakob Muffel dargestellt sind, welch letzterer 1442 „anscheinend schon als älterer Mann“ verschied. Pückler hält nämlich die Heiligenfigur auf der Seite mit dem Muffelschen Wappen für Jacobus den Älteren, während dieselbe doch als Sebald genau zu erkennen ist. Es sind eben die beiden Hauptheiligen der Kirche Petrus und Sebald dargestellt ohne weitere Bezugnahme auf die Vornamen der Stifter. — Übrigens ist der Stil der Figuren um 1440 gar nicht mehr möglich.
[XI] Über dasselbe vergleiche insbesondere Bergau in Dohme, Kunst und Künstler. Bd. II, 2, Leipzig 1858; Lübke, Geschichte der Plastik. 1880, II; Bode, Geschichte der deutschen Plastik. 1885; Autenrieth, Das Sebaldusgrab Peter Vischers, historisch und künstlerisch betrachtet. Ansbach 1887; Rée, Nürnberg. S. 102 ff.; Daun, Adam Kraft und die Künstler seiner Zeit. S. 115 ff. Zusammenstellung der Literatur über Peter Vischer und auch über das Sebaldusgrab findet sich bei Th. Hampe, Nürnberger Ratsverlässe. 1904, Bd. I, S. 50 ff. Ganz neuerdings erschien: Alexander Mayer, Die Genreplastik an Peter Vischers Sebaldusgrab. 1911. 20.
[XII] P. J. Rée, a. a. O., S. 65, will das Silberblech des Sarges erst 1506 hergestellt sein lassen, und zwar nach dem Vorbilde des mit Silberplatten belegten Schreines des 15. Jahrhunderts, in welchem in der Spitalkirche zum Heiligen Geist die Reichskleinodien aufbewahrt wurden und welcher sich jetzt im Germanischen Nationalmuseum befindet. Daran ist gar nicht zu denken. Das Verhältnis ist umgekehrt.
[XIII] Hans Starck, der 1627 dieses Gemälde restaurieren ließ, ist derselbe, der 1625 das hölzerne Kruzifix am Westchor durch einen Bronzeguß ersetzte.
[XIV] Ungarn war 1514 noch nicht im Besitze des Hauses Habsburg, erst seit 1526.
[XV] Maria von Burgund war bereits 1482 gestorben. Allein die spätgotische Tracht (die Kopfbedeckung der Maria ist der Hennin) und das daneben befindliche Wappen von Burgund-Österreich lassen es als ausgeschlossen erscheinen, daß mit der Dargestellten die zweite Gemahlin Maximilians, Bianca Maria Sforza von Mailand, gemeint ist. Die Darstellung der ersten Gemahlin, der Mutter des in der nächsten Reihe dargestellten Königs Philipp, geschah jedenfalls auf besonderen Wunsch des Kaisers.
[XVI] Die Grafenkrone ist nicht verständlich. Kastilien war damals schon lange Königreich. Übrigens trägt das andere vereinigte Wappen derselben Reihe, bei welchem Kastilien mit Leon die bevorzugte Stelle im linken oberen Feld einnimmt, die Königskrone.