III.
Die Restaurierungen der Kirche.

1. Die Restaurierungen der Kirche bis zur Neuzeit.

Bei einem so umfangreichen Bauwerke wie die Kirche St. Sebald wurden natürlich im Laufe der Zeit eine Reihe von größeren und kleineren Reparaturen, namentlich am Außenbau, erforderlich. Verschiedene Veränderungen sind auch ein Produkt der veränderten Bedürfnisse oder des veränderten Zeitgeschmackes.

Die erste beglaubigte Restaurierung im Innern wurde 1493 vorgenommen: „do wart die kirchen zu sant Sebolt geweist und verneut inwendig und wurd fertig auf sant Seboltz tag“.[58]

Nach der Stärke und Beschaffenheit der Tünche zu schließen, welche die Wände bis zur letzten Restaurierung überzog, wurde die Ausweißung öfter wiederholt, möglicherweise auch gelegentlich der Ende der fünfziger und Anfang der sechziger Jahre des 17. Jahrhunderts betätigten Barockausstattung.

„Im Jahre 1515 erlaubte der Rat dem Michel Beheim, der Cramer Kapellen in St. Sebalds Kirchen am Gewölb und an den Fenstern und Altartafeln restaurieren zu lassen. Doch durfte er sein Wappen nirgends anbringen und mußte er die alten Wappen stehen lassen.“[59] Gemeint ist wahrscheinlich die Pömerkapelle zwischen der südlichen Sakristei und der Dreikönigstüre.

1657 und in den folgenden Jahren wurde das Innere der Kirche von dem Tünchermeister Jakob Fuchs nach dem Muster des Bamberger Domes — Tüncher und Steinmetzen erhielten für die Reise dorthin zusammen 6 fl. — renoviert, und zwar einschließlich der „damaligen Porkirchen“ (wahrscheinlich der Engelschor) und der beiden Sakristeien. Akkordiert war die Summe von 900 fl. Über die Art und Weise der Renovierung, soweit sie die Architektur betrifft, erhalten wir keinen Aufschluß, auch führt ein Vergleich mit dem Bamberger Dom zu keinem Ergebnis, da das Innere desselben unter König Ludwig I. von allen späteren Zutaten „gereinigt“ wurde. Nur folgende Angaben aus der erhaltenen Rechnung sind von Interesse: im Jahre 1657 u. ff. wurde außerdem noch renoviert (von verschiedenen Meistern) innen in der Kirche … unter der Kanzel gepflastert (fl. 1·40), Fledermäuse über dem Gewölbe weggeschafft, Gemälde „oben an dem Gewölb des Chors“ (6 fl.) etc.[60] Aus dem letzteren Posten geht hervor, daß die Gewölbe des Ostchores, denn nur dieser kann gemeint sein, mit Malereien wahrscheinlich aus der Zeit der Erbauung ausgestattet waren. Die letzte Restaurierung hat denn auch eine reiche Polychromie der Schlußsteine und eine Bemalung der anstoßenden Rippen aufgedeckt.

Eine besonders umfangreiche Erneuerung erfuhr 1657 die Innenausstattung der Kirche (Abb. [30]). Sie bezog sich vor allem auf die Neuherstellung von Altären und der Kanzel sowie der beiden Orgelemporen im Querschiff. Außerdem wurden damals im Mittelschiff in der Höhe der Triforien und im nördlichen Seitenschiff hölzerne Emporen angebracht. Auf Einzelheiten dieser Erneuerung wird bei der Behandlung des Inventars zurückzukommen sein.

Soweit die Nachrichten über die Restaurierungen im Innern.