Beim kupfernen Dachhelm, dessen Blechtafeln von sehr ungleicher Stärke waren, fand sich der Verband gelockert, das Blech durchlöchert und sehr beschädigt vor, so daß eine gründliche Reparatur unter Verwendung einer größeren Anzahl neuer Platten erforderlich wurde; auch der Blitzableiter und die Wetterfahne kamen zur Ausbesserung.
Am südlichen Seitenschiff wurde in das westliche große Fenster ein neues Maßwerk eingesetzt. Das alte war erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Verbindung mit dem Abbruch der damals im Innern der Kirche befindlichen Mesnerwohnung zur Ausführung gelangt, aber in den unverstandenen Formen der damaligen Zeit. Außerdem wurden in der zweiten Jahreshälfte nach den unterdessen ausgearbeiteten Plänen die für die Erneuerung des Dreikönigschores erforderlichen Werkstücke in Arbeit genommen und im Laufe des Jahres zum größten Teil fertig gestellt.
Die Instandsetzung des Kaffgesimses und der Sockelpartien am südlichen Seitenschiff mußte jedoch, weil diese Wände mit Schuppen, Werksteinen und Gerüsthölzern verstellt waren, auf spätere Zeit verschoben werden.
Nachforschungen nach einem ehemaligen inneren Eingang zur Westchorkrypta hatten keinen Erfolg.
1901. Die nächste Aufgabe des Jahres bestand in der Weiterführung der Arbeiten am südlichen Turm.
Es stellten sich — wie so oft — die Schäden an den Fenstern der Glockenstube als viel schlimmer heraus, als bisher angenommen war. Die freistehenden Mittelpfeiler der Fensteröffnungen zeigten sich auf der Nord- und Westseite vollständig zerrissen, so daß ein Herausnehmen derselben und ein Ersatz durch neue Pfeiler unabweislich war. Die Wegnahme einer solchen Stütze in einer Höhe von 40 m über der Erde und bei den in einem vielhundertjährigen Mauerwerk nicht mit absoluter Sicherheit festzustellenden Druck- und Schubverhältnissen erforderte natürlich große Vorsicht.
Nach eingehenden Beratungen auch im Bauausschuß wurde beschlossen, vor der Herausnahme der Pfeiler die Fensteröffnungen provisorisch zu vermauern.
Mit Hilfe dieses zwar nicht billigen, jedoch in Hinsicht auf den Zweck verhältnismäßig einfachen und dabei sicheren Mittels ging die Auswechslung ohne Störung vonstatten, so daß Mitte Juli der letzte Stein der provisorischen Ausmauerung wieder entfernt werden konnte. Das nordöstliche Turmeck, welches in der Kämpferhöhe des Mittelschiffes durch die schon früher aufgefundene Treppe in seinem Querschnitt bedenklich reduziert war, hatte vor diesen Arbeiten an der Glockenstube durch Ausmauerung die nötige Verstärkung erfahren.
Danach handelte es sich um die Wiederherstellung des oberen Teiles der beiden Strebepfeiler auf der Südseite des Turmes.