Bei dem westlichen dieser Pfeiler befand sich unter einem tief in die Mauer einbindenden und den oberen Teil des Pfeilers tragenden Baldachine ein überlebensgroßer Kruzifixus, der ebenso wie die Skulpturen an den Wimpergen der Pfeiler fast bis zur Unkenntlichkeit verwittert war. Der Kruzifixus wurde daher schon Anfang März heruntergenommen und in der Hütte erneuert.
Da der Baldachinstein aber unmöglich ohne Gefahr für den oberen Pfeiler in seiner ganzen Größe herausgebrochen werden konnte, so mußte er in einzelnen Stücken zum Teil in schwalbenschwanzförmigem Verbande ausgewechselt werden.
Auch der östliche Pfeiler erwies sich als so schlecht, daß er auf eine Höhe von 11 m vollständig abzubrechen und zu erneuern war, was besondere Rücksicht auf guten Verband mit dem Turmmauerwerk erforderte.
Im Oktober waren diese Arbeiten am Turme beendet, so daß die Gerüste, die auf mehreren durch die Fenster der Glockenstube laufenden Balken aufruhten, entfernt werden konnten.
Jetzt wurde auch das bisher eingestellte Geläute wieder in Tätigkeit gesetzt und die feststehende Feuerglocke, die als solche nicht mehr benutzt wurde, wieder läutbar gemacht.
Unterhalb der Glocken war ebenso wie auf dem Nordturm ein mit Zinn gedecktes Schutzdach zur Wasserabführung anzubringen.
Die hölzernen Treppenaufgänge im Innern des Turmes wurden verbessert.
Daneben hatte die Hütte anfangs Juni mit den Versetzarbeiten an dem ganz zu erneuernden Dreikönigschore begonnen. Er wurde mit einem neuen Kupferdach versehen und konnte nach Aufstellung der gleichfalls erneuerten Statuen im August abgerüstet und dem Gebrauch wieder übergeben werden.
Auch wurde den Sommer über das große Mittelschiffdach nach vorhergegangener Erneuerung der Lattung unter Ersatz vieler verwitterter Dachziegel umgedeckt.
Hieran schloß sich die Umdeckung des Daches auf dem Löffelholzchor, wobei durch eine Umänderung des Dachstuhles zwischen den beiden Türmen die dortigen Dachanschnitte verbessert wurden. Bei dieser Gelegenheit fand sich innerhalb des Dachraumes der Giebel zwischen Chor und Mittelschiff mit einem Bogenfries geschmückt vor, so daß anzunehmen ist, daß das Chordach früher unterhalb des Giebels anschloß. Rinne, Abfallrohre und Blitzableiter wurden auf diesen Dächern in Kupfer wieder erneuert.