Im Mittelschiff wurde auch der Dachstuhl selbst ausgebessert, der Schutt aus dem Gewölbezwickeln entfernt und der Boden gebrettert.
Eine im April angestellte Untersuchung des Löffelholzchores hatte ergeben, daß im Innern einzelne Steinstücke herunterzufallen drohten, so daß eine Absperrung für nötig gehalten wurde. Als im November mit unterdessen aufgestellten Gerüsten genauer untersucht werden konnte, ergab sich als Ursache eine Anzahl von Bewegungen, die in den fünf Seiten des Chorabschlusses stattgefunden hatten. Nach Wegnahme des auf den Gewölben lastenden Schuttes ließen sich vom Hauptgesims bis zum Erdboden laufende Risse verfolgen, deren Breite bis zu 10 cm betrug.
Eine alte hölzerne Verschlauderung fand sich denn auch auf dem Engelschor, hatte sich aber als ganz unzureichend erwiesen.
Daher beschloß der Bauausschuß, im Innern eine neue radiale und im Äußern zwei Ringschlaudern von Eisen anzubringen, jedoch so, daß dieselben äußerlich nicht sichtbar sein sollten.
Im übrigen waren für die Instandsetzung des Löffelholzchores bereits eine Anzahl von Werkstücken fertiggestellt. Die Versetzarbeiten sollten aber erst im nächsten Jahre beginnen.
Von den an der Kirche befindlichen Grabdenkmälern wurden im laufenden Jahre mehrere erneuert.
Dem Stadtmagistrat wurden eine Anzahl interessanter Steinstücke vom Dreikönigschor und der südlichen Turmgalerie zur Aufstellung an der Stadtmauer überlassen.
1902. Das neue Jahr wurde in der Hauptsache durch die Wiederherstellung des Löffelholzchores in Anspruch genommen.
Im Innern wurden die Risse gereinigt und ausgemauert sowie eine große Zahl zersprengter Werkstücke erneuert. Im Frühjahr konnten die Gerüste wieder entfernt werden, doch blieb die Instandsetzung der unteren Wandflächen, an denen des Gestühles wegen viele Gesimse abgeschlagen waren, ebenso wie die des Engelchores der späteren Innenrestauration vorbehalten.
Auch im Äußern begannen im Frühjahr die Versetzarbeiten. Trotzdem viele Werkstücke schon im Winter fertiggestellt waren, konnte die benötigte Anzahl nicht mehr in diesem Jahre bearbeitet werden.