Während der Versetzarbeiten fand auch die Verlegung der Schlaudern statt. Zunächst wurden die beiden Ringschlaudern oberhalb und unterhalb der Engelschorfenster, welche aus einzelnen mit Bolzen verbundenen Eisengliedern bestanden, in die Mauer eingelegt und mit Steinplatten verkleidet. Auf der Nord- wie auf der Südseite fanden die Schlaudern ihren Halt in den starken Turmmauern.
Danach wurde die Radialschlauder in der Fußbodenhöhe des Engelschores verlegt. Diese, welche aus einzelnen Gabelschlaudern bestand, die die Ecken des Chores faßten und sich in der Mitte vereinigten, fand ebenfalls ihren Halt in den Turmmauern.
Die äußere Wiederherstellung des Westchores nahm dann ihren Fortgang und war bis zum Ende des Jahres bis zur Höhe des ehernen Kruzifixus fortgeschritten.
Am südlichen Seitenschiff waren noch die Arbeiten vom Kaffgesims ab zu vollenden. Die Schuppen und Gerüste, welche dies bisher verhindert hatten, wurden im Juni abgebrochen, so daß auch diese Arbeiten und daneben die Herstellung neuer kupferner Abfallrohre und einer neuen Kanalisation zu Ende geführt werden konnten.
In Verbindung damit wurde auch der untere Teil der Südseite des südlichen Turmes in Stand gesetzt. Doch zeigten sich hier wieder bedenkliche Risse, welche die Anbringung einer größeren (übrigens zum Teil im Äußeren sichtbaren) Schlauder erforderlich machten; größte Vorsicht war bei den Auswechslungsarbeiten geboten. Diese Arbeit währte bis in den Dezember hinein.
Das Relief „Mariä Verkündigung“, bisher am Nordturme, wurde an die nördliche Sakristei versetzt.
Da nun bald mit der Wiederherstellung des Innern der Sebalduskirche begonnen werden sollte, nahm Professor von Hauberrisser mit Rücksicht auf die hierbei erforderliche ununterbrochene Anwesenheit des leitenden Architekten Veranlassung, der Kirchenverwaltung vorzuschlagen, den mit ihm bestehenden Vertrag zu lösen und denselben vom 1. Januar 1903 ab für alle weiteren Arbeiten mit dem Unterzeichneten abzuschließen, was geschah.
1903. In diesem Jahre fand zunächst die Beendigung der Auswechslungsarbeiten am unteren Teile des Westchores statt, die von der Höhe des Kaffgesimses an bisher noch zurückgeblieben waren.
Der bestehende Eingang in die Krypta, dessen reich profilierte Umrahmung aus dem 19. Jahrhundert stammte, wurde durch Wegmeißeln der stillosen Profile vereinfacht. Das Gleiche geschah mit der Türe, die reiche pseudoromanische Bänder aus dünnem Blech zeigte.