Ausstattungs- und Einrichtungsgegenstände der Kirche St. Sebald sind so zahlreich, daß man ihr die nun bald 400 Jahre währende Zugehörigkeit zum Protestantismus kaum anmerkt. Wesentlich dem konservativen Sinn der Nürnberger Patrizierfamilien ist es zu danken, daß die Kirche noch heute eine stattliche Reihe ansehnlicher Werke birgt. Selbstverständlich gab es auch Zeiten, wo das Interesse an der Vergangenheit und ihren Zeugen erlahmte und manches kostbare Stück verloren ging. Die Kirchenreformation im 16. Jahrhundert hatte die Beseitigung einer großen Anzahl von Altären verlangt und die nach der Mitte des 17. Jahrhunderts durchgeführte Neuausstattung im Barockstil kostete ebenfalls mehreren historisch und vielleicht auch künstlerisch bedeutenden Gegenständen die Existenz.
Die Veränderung des Inventars wird jeweils bei den einzelnen Gruppen geschildert.
Die Kirche hatte vor der Reformation 13 Altäre. Eine Reihe von geeigneten Plätzen für Altäre war durch die Anlage des Baues gegeben. 3 Ostchornischen, 1 Westchor, 2 Krypten nahmen schon im romanischen Bau 6 Altäre auf, ferner der Platz vor dem Ostchor einen, dann noch einen die Ostkrypta, zusammmen acht. Dazu kamen im Laufe des 14. Jahrhunderts noch 4 Altäre an den Pfeilern des Schiffes und 1 Altar, welcher den Hochaltar des Westchores verdrängte.
Die Altäre am Ende des 15. Jahrhunderts waren:
Sebaldsaltar. Er war der Hochaltar und befand sich im Ostchor des romanischen Baues, von 1372 an im neuen Ostchor an Stelle des jetzigen Hauptaltares. 1379 erneuert und geweiht. Die hierüber ausgestellte Urkunde wurde bei der letzten Wiederherstellung im Sepulkrum der Mensa aufgefunden und nebst den gleichfalls vorgefundenen Reliquien wieder in den Altar eingeschlossen.[VII] Die wohl erhaltene Urkunde hat unter Auflösung der Abkürzungen folgenden Wortlaut (vgl. Abb. [144] auf S. [212]):
Anno domini millesimo trecentesimo septuagesimo nono dedicatum est hoc altare in honore sancti Sewaldi, Fabiani et Sebastiani et quatuor doctorum et sancti Eloy et sancti Seuerij per venerabilem dominum dominum Lampertum episcopum Bambergensem, qui reliquias dictorum sanctorum in dicto altari reclusit indictione secunda quinto kalen. septembris eiusdem anni, in quorum testimonium sigillum dicti domini praesentibus est appensum.
Schopperpfründe, gestiftet am 5. Mai 1337 von Albert Schopper, 1360 neu dotiert durch Friedrich Schopper.
Vorchtelpfründe, gestiftet 1371 von Heinrich Vorchtel, 1425 neu dotiert.